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Willkommen bei
Jochen & Ramona Bonitz in Pleißa
Wenn jeder dem anderen helfen wollte, so wäre allen geholfen
Marie von Ebner-Eschenbach 

          Drei Tugenden der Weisheit:
                   Aller Dinge gewahr zu sein -
                            Alle Dinge zu ertragen - 
                                      Von allen Dingen entfernt zu sein 
 The Book of Barddas



















Zur Aktion!

Hallo, Ihr seid auf der privaten Homepage der Familie Bonitz aus Pleißa gelandet! 
Wir bieten hier allerlei Themen quer durch den Gemüsegarten an. Dabei geht es beileibe nicht bloß um Gartentipps und unsere Hunde, auch unsere Familie mit den Enkelkindern liegt uns am Herzen. 
Literatur- und Musik- Infos gibt es zum Beispiel zu Tolkien , Lou Reed oder Van Morrison. Und als Geheimtipp: HvG.
Außerdem wollen wir mit einigen unserer Reiseziele bekannt machen, die wir vor allem wegen schöner Landschaften und guter Wandermöglichkeiten auswählen. Es gibt Fotoalben mit Bildern aus Island, Madeira, dem Tannheimer Tal und anderen Regionen zu sehen, aber auch nützliche Tipps und Wandervorschläge.
Ruhig ab und zu reinschauen, es gibt immer mal was Neues...

Das Letzte:  
>  Neue Familienmitglieder: Tini und Bubi
>  Bilder von HvGColosseum live
>  neue Bilder von unserem Islandhund  Heldur
>  Wandern im Oberwallis
>  Literatur: Mark Twain   
>  CD-Tipp: Julie Doiron
>  Das Ende der Glühbirne 
>  alte Topo-Karten von Pleißa Am Schützteich
>  interessante Seiten zum Stöbern:  die Zeit * Horn * Stoibär * Globetrotter 


Wer ist Gerold Münster?
(Bildquelle: www.123people.de)

ich weiß es...

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Tut mir echt leid, dass ich die Freunde dieser Kolumne erst mal enttäuschen muss, die da auf neue Beiträge warten. Wie schon im März angekündigt, muss ich diese Beiträge vorübergehend einstellen oder größere Pausen lassen. Ich hoffe dennoch, dass ihr unserer Seite treu bleibt.

30.08.2010 – Kopftuchträger, Brillenträger und ein neuer Messias?
Auch wenn ich mich unbeliebt mache: der Sarrazin-Kult macht mir inzwischen Angst! Im Namen der Meinungsfreiheit darf man hier wieder rassistische Thesen verbreiten und wird dann noch bedauert, weil sich Journalisten, Künstler und andere Intellektuelle, aber auch mehr oder weniger intelligente Politiker gegen diese pseudowissenschaftlichen Thesen wenden. Meinungsfreiheit bedeutet doch nicht, dass einer, dem braune Brühe aus dem Mund sabbert, dafür bejubelt werden muss, sondern es bedeutet bloß, dass er dafür nicht eingesperrt wird. Von Berufsverbot ist die Rede, weil sich die Bundesbank, die einen internationalen Ruf zu bewahren hat, sich von ihm trennen will. Habt ihr vergessen wie das war in der DDR, als Bands nicht mehr auftreten und Schriftsteller keine Bücher mehr veröffentlichen durften? Dieser Retter der Nation darf sich überlall als Manager bewerben, ungestraft seine Bücher präsentieren, und bekommt noch Polizeischutz, während dieselbe Polizei jammert, dass sie keine Leute hat um den rumänischen, russischen oder litauischen Mafiabanden das Handwerk zu legen. Ja natürlich, die hätte ich auch lieber draußen! Aber nicht, weil sie einer minderintelligenten Rasse angehören, sondern weil Kriminelle – egal welcher Herkunft – nicht von einer verweichlichten deutschen Justiz beschützt werden müssen, einer Justiz, welche Täter oft genug zu Opfern stilisiert. Nein, nicht die Muslime sind schuld, sondern die Freiheit, die neben der Meinungsfreiheit auch die Freiheit kriminell zu sein einschließt. Was wäre, wenn der Lehrer in der Schule oder der Polizist auf der Straße wieder mehr Respekt erwarten dürfte? Die Probleme sind hausgemacht, doch Sarrazin macht Ausländer, vor allem Muslime, und Hartz-IV-Empfänger zu den Sündenböcken und schafft ein Ventil, welches von der eigenen Unfähigkeit der deutschen Politik ablenkt. Und Hartz-IV-Empfänger machen die Ausländer zu Schuldigen und jubeln über diesen dem Volk ach so aus der Seele sprechenden Bänker, der sich wahrscheinlich totlacht ob des Geldes, dass seine populistische Suppe einbringt. Leider haben die meisten Hartz-IV-Empfänger überlesen, dass dieser Edle aus der Oberschicht ihnen die Heizung abstellen will und Gutscheine für Pullover ausgeben will. Hey, wollt ihr das wirklich? Und viele Jubler haben auch nicht begriffen, dass es dieser Intelligenzkasper auf Menschen mit geringer Bildung abgesehen hat. Die meisten Jubelkommentare, die ich in Blogs und Foren gelesen habe, strotzen nur so von miesem Deutsch – man könnte meinen, es seien genau die Ausländer, denen der ganze Hass des Sarrazin (klingt irgendwie arabisch – oder?) gilt, die hier jubeln. Aber irgendwie hat dieser geistige Überflieger der Nation auch dafür eine Erklärung, dass inzwischen auch ein großer Teil der deutschen Jugend meint, Frankfurt am Main liege am Rhein. Die Unterschicht wird natürlich türkisch kontaminiert. Und dieser Bewahrer deutschen Erbgutes beklagt auch noch die Geburtenrate in der türkischen Bevölkerung als Grund allen Übels. Doch he, wer soll denn den Staat Deutschland erhalten, wenn die deutsche Nation ausstirbt? Sarrazin macht uns glauben, dass wir Deutschen wegen der Ausländer aussterben. Doch das ist falsch. Ohne Ausländer werden wir bald ein Volk von Pflegebedürftigen sein, denen niemand mehr das Bett sauber macht. Denn es sind wir selbst, die wir vor lauter Gejammere  (wir Deutschen sind bloß noch die fünftreichste Nation der Erde, da kann ich mir Kinder einfach nicht mehr leisten!), vergessen, unser Überleben zu sichern. Seit Menschengedenken blühten Kulturen auf und verschwanden. Wieso sollten wir die Unendlichkeit gepachtet haben? Früher hat man versucht, mit Waffen das Überleben der Nationen zu sichern, zuletzt vor etwa 75 Jahren. Wollen wir das wieder? Oder akzeptieren wir lieber, dass heute nationale Abstammung nicht mehr wichtig ist, so lange wir glücklich und in Freiheit leben können? Eigentlich hat Sarrazin nur eines erreicht: man spricht über ihn, nicht über die Probleme und die Unfähigkeit unserer Politik. Sarrazin hat recht, jubeln alle, sogar die NPD im sächsischen Landtag, was beweist wes Geistes Kind er ist. Dabei hat er bloß eines gemacht, den Finger in eine Wunde gelegt. Er schlachtet seine Popularität aus, und die Inhalte werden zur Nebensache.
Also, husch in die Heia, und an einem neuen blonden Brillenträger gearbeitet!  

14.05.10 – durch Geld wird man nicht klüger, besonders als Politiker
Unser sorbisches Pflänzchen Stanislaw Tillich, schweigsamer Ministerpräsident von unseren Gnaden, hat in den letzten Tagen tatsächlich ungefähr drei mal den Mund aufgemacht und dabei seine Eingebungen vom Baume der Erkenntnis der Öffentlichkeit präsentiert. Die erste These: „Mehr Geld macht nicht klüger“. Ja, richtig gehört, er fordert den Verzicht auf geplante Mehrausgaben für Bildung. Das Ziel, 10% des Bruttoinlandprodukts in Bildung und Forschung zu investieren, habe seine Bedeutung verloren, denn es trägt nicht zu besserer Bildung bei, postuliert er und erklärt sich solidarisch mit dem hessischen Dumpfschädel Koch. Doch das ist nicht alles, These Nummer 2: „Die Rente mit 67 ist unverzichtbar“. Schließlich gebe es ja viele Menschen, die selbst mit 80 noch arbeiten, wie etwa der letzte Sachsenkönig Kurt. Klar, bei der kleinen Rente muss man sich ja noch was dazuverdienen.
Und nicht zuletzt These 3: „Wir brauchen keinen Mindestlohn“. Denn der gefährde die sächsischen Betriebe in ihrer Existenz durch die Konkurrenz aus Polen und Tschechien. Lieber Dumpinglöhne und staatliche Aufstockung. Da hätte ich auch ein paar Vorschläge zu machen: Wir gleichen die Einkommen der sächsischen Abgeordneten an die ihrer Nachbarn in Polen an: statt 5445€ sind 2750 völlig ausreichend. Die eingesparten 4 Millionen stecken wir in die Bildung. Doch da die Leute davon nicht klüger werden, wie Herr Tillich beweist, ernennen wir jeden 65jährigen zum Professor und verschaffen ihm einen Job als Berater, damit er nicht in Rente gehen muss.    

20.03.10 – extremistische Kirche und demokratische Nazis
Heute hat mich ein Leserbrief in der „Freien Presse“ überrascht: Da schreibt ein Herr Amelung, „wir brauchen mehr Gelassenheit“ und spricht sich dafür aus, dass die NPD als demokratisch gewählte Partei im „Bündnis für Demokratie und gegen Extremismus“, welches in Limbach-Oberfrohna von der CDU ins Leben gerufen wurde, weiterhin mitarbeiten soll.Ich denke „ist das ein Witz ?“, aber nein, als „älterer Bürger“ fühlt sich Herr Amelung vom kurz vorher durch die Diakonie ins Leben gerufenen „Bunte Bürgerforum für Demokratie“ linksextremistisch bedroht. Hey, hör ich da recht? Nachdem schon einmal die Kirche durch ihre „Toleranz“ die Greuel des Nationalsozialismus ermöglicht hat wird sie nun, da sie dies ein zweites Mal verhindern will, in die extremistische Ecke gedrängt? Ich glaube nicht, dass Herr Amelung alt genug ist, diese schlimme Zeit mit erlebt zu haben, und wenn doch, ist er wohl einer der ewig unverbesserlichen. Was lehrt uns denn die Geschichte? Erst ein bisschen Demokratie, man wird gewählt, man bildet eine breite radikale Basis nach dem Teichrosenprinzip, und dann putscht man sich an die Macht. Und Herr Amelung, als toleranter Bürger, wird zum Mitläufer, der hinterher behauptet keine Wahl gehabt zu haben! Zuletzt zitiert Herr Amelung auch noch die „Freiheit für die Andersdenkenden“ (r. Luxemburg) als Vorwand, doch welche Freiheit außer Auschwitz haben die Nazis den Andersdenkenden gebracht? Nein! Sachsen ist auch in der Statistik rechtsextremer Straftaten das rechte Zentrum Deutschlands, und die CDU meint, durch „demokratische“ Toleranz die rechten Stimmen einfangen zu können, anstatt zu begreifen, dass sie damit den Rechten nur eine stärker werdende Plattform bietet. Und Limbach-Oberfrohna wird von der CDU nahezu diktatorisch beherrscht, ein rechtes Vereinslokal gehört zum guten Ton. Auch dank eines Herrn Amelung, oder wie die braven Bürger 1932 hießen. 

04.03.10 - Sendepause
Liebe Freunde dieser Kolumne, zu meinem eigenen Bedauern muss ich feststellen, dass ich dringnd eine Pause brauche. Was im Moment los ist, ob im Chemnitzer Umfeld oder in Berlin, ist einfach nicht mehr kommentierbar - es schlicht bloß noch zum Kotzen. Am besten liest man keine Zeitung mehr und fällt in Winterstarre. Ich befürchte nun, dass die so lange dauert wie unser Außen-Guido  sich in unser heruntergekommenes Sozialsystem einmischt. Wieso verbietet ihm niemand einfach den Mund? Ja, Deutschland ist dekadent, aber es ist wie immer die Dekadenz der Reichen und Mächtigen, die ein Volk zugrunde richten, noch nie waren die Bettler daran schuld! Ich wünsche mir nur noch eins: Arbeit soll sich wieder lohnen. Wer vom Steuerzahler finanziert wird sollte demütig danke sagen und die Klappe halten, und er sollte nicht mehr bekommen wie der, der bei Schlecker an der Kasse sitzt. Allen voran die Westerwelles und Co!
Liebe Freunde, ich habe keine Ahnung, wann ich aus diesem Tal der Tränen wieder auftauche, möglicherweise nicht so lange wir diese Karrikatur ertragen müssen, deshalb bitte ich jetz schon um Entschuldigung dafür, dass es hier lange dunkel bleiben wird.

19.01.10 – Und wenn das ganze Geld verbrennt – die Asche bleibt uns doch
Nun hat sich der Ex-Innen dank einiger glänzenden Ideen zur Überwachung des gemeinen Volkes hochgedient, und darf nun unser Geld verwalten. Und was macht er? Nachdem unter schwarz – rot immerhin die Neuverschuldung von knapp 40 Milliarden auf 11,9 gesenkt werden konnte, haut er einen raus: eine gigantische Rekordverschuldung von fast 86 Milliarden Euro! Klotzen statt kleckern, der Krise trotzen, vor Gelde strotzen, so sein Motto. Jetzt frag ich mich bloß: wo kriegt der Geld her? Wo es doch den Banken so schlecht geht, dass wir sie verstaatlichen müssen? Ganz nebenbei, 40 Milliarden werden übrigens an Zinsen gezahlt, der zweitgrößte Posten im Bundeshaushalt. Da rollt der Rubel. Ich habe mir mal überlegt, wie das Finanzgeschäft des Staates so abläuft. Nehmen wir statt des Bundeshaushaltes mal einen Privathaushalt. Nehmen wir also an, jeder der knapp 40 Millionen Haushalte möchte einen Kredit von 2200 Euro aufnehmen. Doch die Bank ist pleite. Also nimmt er seine Ersparnisse von sagen wir 2400 Euro und kauft die Bank, die damit ihre Schulden zahlt. Dann macht er das Kreditgeschäft, bekommt seine 2200 Euro und zahlt gleich 1000 wieder zurück. Am nächsten Tag schaut der Haushaltvorstand sein Konto an und stellt mit Erschrecken fest, dass sich sein Vermögen halbiert hat! Die Bank jedoch zahlt von den 1000 Euro, die sie eingenommen hat, 800 an den Manager und kauft für den Rest wertlose Wertpapiere. Tja, und wer ist nun der Gewinner? So etwa müsst ihr euch die Geschäfte vorstellen, die unsere schwarz-gelbe Regierung nun macht. Na ja, von Wirtschaft verstehen die ja was. Wenigstens die FDP, nämlich von Vetternwirtschaft.
Und natürlich: dass sich unser Kontostand immer weiter verringert, wird die allseits beliebte Kandisbunzlerin als unser Opfer verkaufen, als die Entbehrungen, die wir nun durchstehen müssen.  

23.12.09 - Vorfreude, schönster Stress
Ja, da hab' ich doch vor lauter Weihnachtsstress keinen Beitrag mehr zu den jüngsten Missgeburten aus dem Merkelschen Kreissaal mehr fertig gebracht. Tut mir echt leid, ungefähr so wie dem Guttenberg das Missgeschick im Kundus. Nun haben wir sie also, die Weihnachtsgeschenke aus der Schwarz-Gelben Überraschungskiste. Zum Beispiel das Wunder - Wachstums - Beschleunigungsgesetz: nicht dass es mir irgendetwas bringt, und der Wirtschaft wohl auch nicht, aber wenn die Manager ihren Alltagsstress fleißig im Stundenhotel abbauen wird wenigstens dessen Besitzer vorm Ruin gerettet. Beinahe hätten wir auch noch ein Globales - Klimaerwärmungs - Verhinderungsgesetz bekommen. Warum Nicht? Wenn man das Wachstum per Gesetz beschleunigen kann warum nicht auch die Erderwärmung? Doch das einzige Ergebnis war das Bekenntnis der Politprominenz in Kopenhagen, dass mehr als 2 Grad zu viel seien.
Doch wie schon gesagt, das Fest steht vor der Tür, und ich muss mich wieder darum kümmern, dass die lieben Verwandten nicht zu sehr dem Kaufrausch verfallen und die lieben Kinder, Enkel und Urenkel so mit Geschenken überhäufen, dass aus einer besinnlichen Weihnacht ein einziges Geschenkpapier-Aufreiß-und-in -die Ecke-schmeiß-Festival wird. In diesem Sinne: Frohes Fest!

02.12.09 – Todesschädel und Verfassung
Es ist immer traurig, wenn ein Guter gehen muss. Wenn er gegangen wird, obwohl er eine breite Lobby zu haben scheint, ist das schon skandalös und beweist, dass irgendetwas faul ist am System. Ein solcher Guter ist Nikolaus Brender, Chefredakteur des ZDF. Er ist die Verkörperung des unabhängigen Journalismus in Person. Jedweder Einmischung der Politik in die Programminhalte des ZDF hat er mit Souveränität widerstanden. Dem Herrn CDU-Koch war das wohl schon lange ein Dorn im Auge, denn seit mindestens Februar hat er als stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates des ZDF öffentlich gegen Brender Stimmung gemacht. Ein klarer Fall von Mobbing. Sinkende Einschaltquoten wurden gern als Begründung herangezogen. Laut ZDF-Selbstdarstellung „überwacht der Verwaltungsrat die Arbeit des Intendanten vor allem in Haushaltsfragen“. Sind Einschaltquoten nun eine Haushaltfrage? Auf jeden Fall gehört die Zustimmung zu Personalfragen dazu, und das hat Koch nun ausgenutzt. In der Abstimmung für die Vertragsverlängerung Brenders gab 7 Gegenstimmen der 14 Mitglieder. Und wie der Zufall es so will: dem Verwaltungsrat gehören 7 CDU/CSU – Politiker an! Die Entscheidung des Intendanten Schächter, der seinem Chefredakteur eine „solide Haushaltführung als Grundlage deutlicher Einsparungen“ bescheinigte, wurde von der Koch-Fraktion vom Tisch gefegt. Selbst die breite Unterstützung von Journalisten, Staatswissenschaftlern, SPD, Grünen, Gewerkschaften und der vieler ZDF-Mitarbeiter haben nichts genutzt. Koch hat die Macht brutal ausgenutzt und die Verfassung mit Füßen getreten. §5 derselben garantiert die „Staatsfreiheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“. Doch wie soll die gewahrt sein, wenn die Entscheidungsgremien von politischen Mehrheiten bestimmt werden? Es ist ein schwarzer Tag für die Freiheit des Wortes in Deutschland. Doch wir müssen den Roland auch ein wenig verstehen! Denn ich weiß, wie es wirklich war. Als er am 30. Januar 2008 mit seiner Anke entspannt vor dem Fernseher saß und kein Politmagazin schauen wollte (Originalton: „Politische Magazine regen mich zu sehr auf“ - haha), blieb er bei einer Kabarettsendung hängen: Neues Aus Der Anstalt. Das erste Kabarett seit 18 Jahren bei seinem Lieblingssender ZDF. Und da kommt dieser Priol daher und sagt: „Roland Koch, der Todesscheitel aus Eschborn!“ In seinem Sender! Und Priol und Schramm spotten lustig weiter, über den Koch, die Merkel und alle anderen. Sogar über den Verwaltungsrat ziehen sie her. Und wie ein wütendes Kind trampelt er auf den Boden und schreit: „Ich will nicht in die Anstalt! Ich vernichte Euch alle!“ So muss es wohl gewesen sein.

17.11.09 – Wir nehmen alles zurück und behaupten das Gegenteil
- so könnte das Motto unserer Parteien bei der Aufarbeitung der Wahlergebnisse lauten. Ist euch schon mal aufgefallen, dass Parteien, die von der Opposition in die Regierung - und umgekehrt – wechseln, stets ihre früheren Meinungen vergessen, Taten leugnen und alles ins Gegenteil verkehren? Da haben sich die Minister zu einer Landpartie auf Schloss Meseberg getroffen, um bei einem – oder auch mehreren – Gläschen Wein, bei Grünkohl und Kasseler über die Regierungspläne zu plaudern und sich etwas näher zu kommen. Nein, nein, es gab nichts konkretes, Harmonie war angesagt. Dabei hat unser Guido vor den Wahlen solche Klassenfahrten als Steuerverschwendung attackiert. Und er hat auch das Kabinett verkleinern wollen, z.B. das Entwicklungsministerium abschaffen wollen. Jetzt sitzt dort ein FDP-Minister, der natürlich nicht an die Selbstabschaffung denkt. Ganz anders die SPD. Die denkt auch nicht an Selbstabschaffung, obwohl das vielleicht das beste wäre. Denn wer braucht eine weitere Mittelstandspartei? Denn das ist das Rezept, wie Erzengel Gabriel die Auferstehung voranbringen will. Obwohl man die Wahl verloren hat, weil man die linke Wählerschaft in der Regierungszeit vor den Kopf gestoßen hat, will man die Mitte erobern. Eine Mitte, die fest in den Händen von CDU, CSU, FDP liegt. Dabei ist kaum anzunehmen, dass das gelingt, wenn man die linken Wähler den Linken überlässt. Ach ja, deshalb rudert man nun auch zurück: die Rente mit 67, einst von der SPD auf den Weg gebracht, steht nun natürlich auf dem Prüfstand, schließlich darf man jetzt wieder den Anwalt der Unzufriedenen spielen, also jener Mehrheit der Bevölkerung, welche die Regierung zwar gewählt hat, aber das Ergebnis nicht wollte.
Und bei den Grünen? Da wird nicht rumgeeiert! Knallharte Opposition gegen Schwarz-Gelb ist angesagt. Na ja, dass der grüne Mafioso Ulrich mit Duzfreund Müller von der Saarland-CDU ein knallhartes Bündnis mit den Gegnern eingeht macht deutlich, wie ernst solche Kampfansagen gemeint sind.

09.10.09 – Rot-Braune Grütze
Gibt es das wirklich? Ein SPDler unter dem Verdacht der Volksverhetzung? Das ist schon starker Tobak. Doch die Wogen werden sich glätten, und Herr Sarrazin wird vergessen werden – es sei denn, er „geht in die Politik“. Denn er hat nicht als Politiker, sondern als Bänker gesprochen. Und scheinbar hat er die Schuldigen für den finanziellen Ruin Berlins gefunden: die Migranten. Oder soll man Ausländer sagen? Ist man dann gleich ein Volksverhetzer? Versuchen wir sachlich zu bleiben. Die UN hat am 5.10. den Entwicklungsreport veröffentlicht, der ein Ranking des Wohlstandes aller Länder der Erde beinhaltet. Dass Norwegen, Australien, Island und Kanada ganz vorn liegen ist sicher keine Überraschung. Dass Deutschland aber als 22. abgeschlagen den letzten Platz aller westeuropäischen Länder einnimmt (von Andorra abgesehen) sollte uns zu denken geben. Selbst Italiener und erst recht unsere lieben Österreicher leben besser. Lesen die Asylanten und Einwanderer den UN-Report nicht? Was zieht sie nach Deutschland, dem es so schlecht geht? Eines scheint sicher zu sein: Immer noch sind wir sehr großzügig. Unsere Gäste bekommen alles, was sie brauchen. Vermutlich ist es weniger als Hartz IV, aber meist ein Vielfaches von dem, was sie je hatten. Wir verlangen keine Eigeninitiative. Wer mit dem wenigen zufrieden ist, muss nichts tun. Er kann sich ein Zuverdienst in kriminellen Organisationen, mit Drogen, Prostitution leisten. Wir reden von Integration, aber alles was wir tun sind Deutsch-Kurse an der Volkshochschule, die wir auch bezahlen. Wir haben keinen Plan, wie wir mit den fremden Kulturen umgehen sollen. Wir erlauben ihnen Moscheen, in der Schule aber verbieten wir den Schleier. Viele Deutsche glauben deshalb zu Recht, dass wir hier ein Problem haben. Aber nur wenige kleiden das in solcherart populistische Äußerungen. Herr Sarrazin verdreht Tatsachen gibt Pauschalurteile ab. Der inzwischen beinahe berühmte Satz „Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate“ ist zweifach zweifelhaft. Zu behaupten das Kosovo sei serbisches Land ist historisch unwahr. Denn das Kosovo ist spätestens im 17. Jahrhundert albanisch besiedelt worden, als Serbien unter türkischer Herrschaft stand. Schon 1912 wurde festgestellt dass es eine albanische Mehrheit gab. Im 2. Weltkrieg kam das Kosovo zusammen mit Albanien zu Italien. Nach Kriegsenden wurde es dem neuen Jugoslawien zugeschanzt. Selbst Tito hat dem Kosovo eine starke Autonomie zugebilligt. Denn es gibt keinen Beleg dafür dass jemals eine serbische Mehrheit existiert hätte. Und das sich ein Volk vermehrt, was Kosovaren und Türken tun, kann man ihm nicht vorwerfen. Erst recht nicht, wenn man selbst zu einem Volk gehört, welches bewusst an der eigenen Ausrottung arbeitet, indem es dem Kindersegen entsagt hat. Wie wär’s, Herr Sarrazin, wenn Sie mit gutem Beispiel voran gingen und den Koftuchmädchenmachern zeigen, dass sie es noch können?

05.10.09 – Freibier für das Parlament
Nun haben wir den Salat. Guido kriegt das Kinn nicht hoch genug, und bei den Sozis ist Kehraus. Die Koalition ist abgestraft, aber Angie muss nur den Blazer tauschen. Rot hat ihr ja ganz gut gestanden, in gelb kann ich sie mir noch nicht so recht vorstellen. Mal schauen wie die persönliche Stilberaterin der Kanzlerin das hinkriegt. Und wie geht es weiter? Abschaffen von Hartz IV und des Gesundheitsfonds sowie Steuersenkungen und Verbesserung des Bildungswesens – das waren die Parolen der Liberalen, die mir und denen, die sie gewählt haben, hängen geblieben sind. Natürlich werden sie jetzt so lange hinter ihren Forderungen stehen, bis sie eben umfallen. Am Ende wird es einen positiven, als großen Erfolg zu wertenden Kompromiss geben, bei dem am Hartz IV weiter verschlimmbessert wird, der Gesundheitsfond durch mehr Kosten für die Versicherten aufgestockt, die Steuersenkung angesichts der Lage verschoben und das Bildungssystem bewahrt wird. Wozu also Koalitionen? Die haben doch nur den Zweck, sich eine Stimmenmehrheit zu sichern, die durch den Fraktionszwang festgeschrieben wird. Wozu brauchen wir dann noch ein Parlament? Macht die Koalition einen Antrag, wird er angenommen, macht die Opposition einen, wird er abgelehnt. Es ist die teuerste Abstimmmaschine der Welt. Grob geschätzt 100 Millionen Euro kosten uns die rund 600 Abgeordneten jedes Jahr, vermutlich mehr. Das ist Steuerverschwendung in schlimmster Form. Im Zeitalter der Computertechnik ist das Parlament eine mittelalterliche Methode, die – im Sinne der Demokratie, also der Volksherrschaft – erfunden wurde, weil es keine schnelle Kommunikation gab, mit der die Meinung des Volkes direkt eingeholt werden konnte. Abgeordnete mussten im Sinne des Volkes entscheiden. Heute wird die Entscheidung vorgegeben. Das kann man billiger haben. Das Parlament könnte durch einen Stammtisch ersetzt werden, an dem sich die 5 Vorsitzenden regelmäßig treffen (okay, falls einer selber merkte, dass er zu dumm ist, könnte er einen Vertreter schicken), und jeder erhält so viele Stimmanteile, wie seine Partei Prozente bei der Wahl hatte. Die Ergebnisse sollten absolut identisch zu den Abstimmungen der Handhebemarionetten sein. Und weil es so billig wäre, dürfte ihnen der Steuerzahler sogar das Bier spendieren.

18.09.09 – Eine Reform gegen die Wahlmüdigkeit
Endlich ist es so weit: die letzte, alles entscheidende Wahl des Super-Wahljahrs steht unmittelbar bevor. Mama Angie kann sich schon zurücklehnen, denn das Ding ist ja gelaufen. Da niemand mit den Linken, die Gelben nicht mit den Grünen kollaborieren wollen ist es praktisch unmöglich die Kanzlerin abzuwählen, es sei denn es geschieht ein Wunder und Frank-Walter steigt wie Phoenix aus der Asche. Angie muss nur noch durchhalten in ihrem Nicht-Wahlkampf, in dem sie uns nichts versprechen muss, was sie später nicht halten kann. Die großen verbalen Schlagabtausche bleiben aus, dumpfes Berufspolitiker-Gebrabbel bestimmt die Fernsehabende. Deutschland hat keine großen Führungspersönlichkeiten mehr – und das ist wohl gut so, denn wehe, wenn plötzlich ein Messias in einer „falschen“ Partei auftauchen würde.  Da nun das Wahlergebnis quasi schon feststeht, frage ich mich natürlich, warum ich eigentlich zur Wahl gehen soll. Meine Stimme kann es jedenfalls nicht sein, die gebraucht wird. Ist ihnen schon mal aufgefallen, dass das Wahlergebnis pünktlich zur Schließung der Wahllokale schon bekannt ist, bevor man mit dem Auszählen beginnt? Warum zählt man also? Doch nur, um sich über die geringe Wahlbeteiligung zu ärgern. Noch nie stand vor meinem Wahllokal mal Infas und hat mich nach meiner Stimme gefragt. Dabei hätte ich zu gerne natürlich genau das Gegenteil gesagt von dem was ich angekreuzt habe. Aber wahrscheinlich machen das alle, und am Ende stimmt es wieder. Was lernen wir daraus? Es ist gar nicht notwenig, dass alle zur Wahl gehen. Um das Verfahren zu vereinfachen, schlage ich deshalb vor, dass in Zukunft statt des Riesenaufwandes einfach sagen wir 100000 Wahlberechtigte per TED ausgewählt werden und am Telefon abstimmen. „Sind Sie für Merkel, wählen Sie die eins; sind Sie für Steinmeier, wählen Sie die drei; sind Sie für Westerwelle, so wählen Sie die Null...“. Das Voting wird 20.15 gestartet und Live übertragen. 23.00 wird der Sieger verkündet. Und dazwischen spielt man die Lieblingssongs der Musiker. Und das wird nicht langweilig! Bei einer Umfrage der Freien Presse wurden Spitzenpolitiker gefragt, ob sie lieber Mozart oder Madonna hören – weit gefehlt! Es wurden die Rolling Stones genannt, T.Rex oder der Jazzer Till Brönner. Ja, da könnten mir Politiker beinahe wieder sympathisch werden.

28.09.09 – Konsum für Dummies
„1 Stück 1,49 – 5 Stück nur 7,49“, wer greift da nicht gern zum Schnäppchen? Doch nein, das ist doch Betrug. Hättest du das gemerkt? Mit dem Taschenrechner kommt man schnell dahinter. Ein bisschen geschickter muss man es schon anstellen. Denn eins ist sicher: Egal, in welchen Konsum wir gehen: Verarsche ist an der Tagesordnung. Neulich brachte meine Frau eine Flasche Waschmittel mit. Auf dem Etikett prangte auf gelbem Grund: „+10%“. Da schenkt uns also einer 10% daher, nichts wie in den Korb damit. Zufällig finde ich noch eine alte Flasche des gleichen Mittels und werde neugierig. Also schaue ich auf den Inhalt: 1,5 L die alte Flasche. +10% macht 1,65, doch siehe da: nur 1,4L in der neuen Flasche. Also Inhalt schenken sie nicht. Eine weitere interessante Angabe: „ausreichend für 20 Wäschen“ liest man auf der alten Flasche. Und auf der neuen: „reicht für 18+2 Wäschen“. Das kriege ich noch ohne Taschenrechner hin: 18+2 macht 20. Klingt aber eben wie 2 mehr. Doch wo zum Teufel stecken die 10%? Ich habe hin und her gerechnet, ohne Ergebnis. Und was lehrt uns das? In Umkehrung des Mottos „Weniger ist manchmal Mehr“ verkauft man uns nach dem Prinzip „Mehr ist meistens Weniger“ für dumm. Das einzige was wohl um 10% gewachsen ist, ist der Profit der Herstellers.

07.08.09 - Die Köpfe hängen wieder...
an den Laternen der Hauptstraßen. Es soll ja Zeiten gegeben haben, da hat man kurzen Prozess gemacht und Schurken einfach an einer Laterne aufgeknüpft. Oder man hat die Köpfe aufgespießt und am Straßenrand zur Schau gestellt. Es diente der Abschreckung. Wer an der Laterne hing hatte eine harte Strafe verdient. Heute ist man etwas subtiler. Man hängt nur noch die Konterfeis, auf Pappe geklebt, auf. Und die Strafe ist auch nicht mehr so grausam. Sie sollen in eine sogenannte Volksvertretung gewählt werden. Und alles nur zu dem Zweck, um danach vom Volk als geldgierig, korrupt, unfähig beschimpft zu werden. Sozusagen stellvertretend für die Schurken unserer Nation, die mit Hilfe ihrer Lobbyisten die Politik bestimmen. Inzwischen gibt es ja Berufslobbyisten, die davon leben, von Einzelpersonen oder Interessengruppen Geld  entgegen zu nehmen und mit diesem Geld „ihren“ Volksvertreter davon zu überzeugen, im Interesse der Geldgeber zu handeln und dabei den Eindruck zu erwecken, dass der Volksvertreter glaubt, im Interesse des Volkes zu handeln.
Aber ich schweife vom Thema ab. Früher wurden ja Parolen aufgehängt, heute sieht man nur noch Köpfe. Als ob es um eine Misswahl gehen würde. Leider habe ich die Spielregeln noch nicht kapiert: soll ich nun die schönsten oder die hässlichsten wählen?

18.06. - 30.07.2009 - wegen Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und fehlenden Sponsorengeldern können keine Beiträge eingestellt werden...

04.06.09 - Hilfe, Partei gesucht!
Da ich eine Woche vor der Wahl noch immer nicht wusste, wen ich wählen soll, habe ich den Wahl-o-mat bemüht. Flugs angekreuzt, was ich mir so von unseren Politikern wünsche, unsere 5 großen Parteien ausgewählt und auf Ergebnis geklickt. Doch ach, welch Schreck! 4 Parteien lagen gleichauf, nur die Gelben fielen etwas ab, wohl weil sie doch nicht so viel mit Umwelt am Hut haben. Was nun? Sollte ich tatsächlich die Nazis wählen müssen? Also habe ich sie auch mit ausgewählt – nein, sie vielen noch viel weiter ab. Verzweifelt habe ich nun alles mögliche angekreuzt, Rentner, Piraten, Ede, sogar das FBI steht zur Wahl. Und endlich wurde ich fündig: das Zauberwort heißt ödp. Klarer Vorsprung! Und damit bekommen die mein Kreuz, warum auch nicht? Übrigens kommen die nicht aus Österreich. Doch nun ging es erst richtig los. Kommunalwahl – wen wählen wir denn da? Bis zum Dienstag, als unser städtisches Käseblatt erschien, habe ich gehofft, dass sich alle Kandidaten in irgendeiner Zeitung mal vorstellen. Fehlanzeige! Und in unserem Dorfzipfel nur ein einziges Plakat, natürlich von der CDU, denn die hat LO fest in ihrer Hand. Ich glaube fast, die denken dass wir gar nicht wissen dass es noch andere Parteien gibt. Nach langem Googeln habe ich dann tatsächlich den Wahlvorschlag für LO als pdf gefunden. 21 CDU-Kandidaten, je 12 von SPD, FDP, Linken, 1(!) Grüner und 3 NPD. Sonst nix. Keine ödp. Nicht mal freie Wähler. Ja wo leben wir denn? Die einen will ich nicht wählen, den Rest kann man nicht wählen. Und da heißt es immer: Wählen gehen! Nicht wählen wählt immer die Falschen! Aber was, wenn sich die richtigen gar nicht zur Wahl stellen? Oder gibt es in Deutschland keine Partei mehr, die das will, was das Volk – also ich – will? Da hab ich doch glatt einen Vorschlag, der das ganze viele Geld, welches zum Wahlkampf verbrannt wird, einzusparen hilft, der die Enttäuschung der Verlierer und das ganze Gezerre, wer mit wem oder nicht der Vergangenheit angehören lässt:
Wählen wir doch wieder die Kandidaten der Nationalen Front!

22. 05. 2009: Prioritäten für die Gesundheit
Der Streit ist wieder da. Und die Streiks. Arztpraxen bleiben geschlossen. Während Ärztepräsident Hoppe den Kollaps des deutschen Gesundheitswesens vorhersagt, schießt die Hassfigur Schmidt mit schweren Geschützen und nennt die Ideen Hoppes menschenverachtend. Sein Vorschlag heißt „Priorisierung“. Zuerst kommen die dran, die akut und ernsthaft krank sind. Dann die, deren Behandlung planbar ist. Das Entfernen von Falten aber fällt hinten runter, jedenfalls was die Mittel aus dem Gesundheitsetat betrifft. Rational Denkende nennen es „Rationierung“. Wie dem auch sei, letztendlich kann man es Vorschlag zur gerechteren Verteilung des Mangels sehen. Doch den will Ulla Schmidt nicht wahrhaben. Deutschland habe eines der aufwändigsten Gesundheitssysteme der Welt. Und das glaube ich ihr aufs Wort. Schließlich haben wir 218 gesetzliche Krankenkassen! Allein die Verwaltung dieses Geschwürs verschlingt Unsummen. Dafür haben wir den Einheitsbeitragssatz erreicht, wie toll. Also wählen wir nicht mehr die Kasse, die am rationellsten wirtschaftet, sondern eine medizinisch dringend notwendige Vater-Kind-Kur zahlt. Und den Mangel an Hausärzten machen wir mit leerstehenden Krankenhausbetten wett. Wenn ein Krankenhaus ein spezielles Gerät hat, was mich untersuchen soll, muss ich deshalb eine Übernachtung buchen, weil das Krankenhaus nicht ambulant behandeln darf. Jede Kasse sucht sich einen Pharmahersteller, mit dem sie Rabatte aushandelt. Die Folge: „mein“ Mittel ist meist nicht da, wenn ich es brauche. Unzählige Kuriere sausen deshalb durch Deutschland, um Mittel zu besorgen und zum Kunden zu bringen. Und um zum Facharzt zu gehen, muss ich vorher den Hausarzt konsultieren, der mir zwar nicht helfen kann (selbst wenn er könnte – aber er darf nicht, weil er als „Allgemeiner“ eben keinen chirurgischen Eingriff abrechnen kann), aber sein Wartezimmer wird so besser ausgelastet. Da lob ich mir den Sprengelarzt in Österreich. Nicht zuletzt wäre da noch das Gutachterunwesen zu nennen. Jeder Verein hat seine Gutachter, die – meist ohne den Patienten zu Gesicht bekommen – dafür bezahlt werden, die Diagnose der Experten zu interpretieren und den Vereinen (Krankenkasse, Rententräger, Arbeitsagentur) zu erklären, was die von dem Kranken halten sollen. Ja, der Aufwand ist enorm. Und nur wenig bleibt für die wirklich kranken übrig. Deutschland hat das zweit-teuerste Gesundheitswesen der Welt, aber mit gerade mal 6% des Bruttosozialprodukts eine deutlich geringere Staatliche Beteiligung als andere Länder. Das Motto der sogenannten Gesundheitsreform scheint also zu sein: Beiträge stabil, egal was es kostet – und wenn es die Gesundheit ist.

08.05.2009: von Kelten und Plakateklebern
Als ich gestern die Ausfallstraße nach Chemnitz hinein fuhr waren alle Laternenmasten bunt geschmückt: Die Kommunalwahl steht bevor. Und wirklich, jeder Mast hat seinen Bewerber gefunden. Also machte ich mir die Mühe, ein paar Parolen zu lesen. Und ich habe ein Ranking aufgestellt: Die meisten Plakate waren blau und stehen mit dem Slogan „Ordnung und Sicherheit“ für „Pro Chemnitz“. Klingt gut, und die, die dahinterstehen (man spricht von 20 Personen – Rekord im Plakatekleben!), tun alles, um vergessen zu machen, dass die Fraktion „Pro Chemnitz“ aus den Republikanern hervorgegangen ist. Fraktionschef ist Herr Kohlmann, der Stadtkasper, die Mischung aus Hitler und Eulenspiegel. Hat er doch neulich in der Stadtratssitzung die OB Ludwig als „Frau FDJ-Sekretärin“ angeredet und Zuschauer im Blauhemd mitgebracht, die das erfolgreiche Entfernen der Feind-Propaganda vermeldeten. Anschließend nannte er den Linken-Chef einen Nazi und wurde von Polizisten auf dem Stuhl aus dem Saal getragen, weil er den Rausschmiss von OB Ludwig einfach überhörte. Ja, da bekommt man was geboten in Chemnitz! Der Auslöser der Posse, das Bild von Benjamin Jahn Zschocke, ist ja nun endlich weg. Vom Förder-verein der Berufsbildung in Auftrag gegeben, hat der Maler Zschocke ein Wandbild "Chemnitz - Stadt der Moderne" geschaffen, doch zur feierlichen Enthüllung kam es nicht. Denn Zschocke arbeitet nebenbei als Sekretär von Hr. Kohlmann, was gerade noch rechtzeitig ruchbar wurde. Und siehe da, nach längerem Hingucken fand man tatsächlich auf der Markthalle ein Keltenkreuz, und die sind ja – trotz aller kulturellen Errungenschaften der christlich-keltischen Ära, die von Nazis noch nichts wusste – als rechtsextremistisches Symbol verboten. Wobei – es ist ausdrücklich von einem gleichschenkligen Kreuz die Rede, das Objekt der Kontroverse aber ist ungleichschenklich, ähnlich einem tatsächlichen Turmkreuz auf der historischen Markthalle. Ja, was wollte der Künstler uns nun sagen? Tatsache bleibt, dass die Chemnitzer sich ob des Kreuzes keine Gedanken machten, und das Zschocke es übermalen wollte. Doch auf Begehren der Räte ist die Wand wieder nackt und weiß, und Kohlmann hat wieder mal sein Ziel erreicht: sogar ich habe die Rechten zur kenntnis genommen.
Ach, ehe ich’s vergesse: Platz 2 des Plakate-Rankings belegen die Gelben („Arbeit vor Ort“), Platz 3 Burger King, dann erst die SPD (kennen Sie „Ecke“ Bauer?), während die Linken noch hinter IKEA rangieren. Abgeschlagen landet die CDU auf dem letzten Platz: kein einziges Plakat. Ob sie noch immer nicht wissen, wen sie mit welchem Programm ins Rennen schicken? Na ja, bisher war das Wahlergebnis noch immer indirekt proportional zu den aufgehängten Kandidaten.

07. 04. 2009: KU für alle
Vor dem KO kommt erst KU. Und alle machen mit, bei der Kurzarbeit. Auch ich. Aus Solidarität, so will es das Management. Nicht dass wir keine Arbeit hätten. Unsere Computer, Oszilloskope und Lötkolben glühen.  Aber wenn die Arbeiter wegen leerer Hallen zu Hause bleiben müssen und 15% Lohn einbüßen, können wir sie natürlich nicht allein im Regen stehen lassen. Obwohl, das Ziel ist ja die Einsparung, und da ist jeder willkommen, der dazu beitragen kann. Und da gibt es das Kurzarbeitergeld, um die Einbuße in angemessenem Rahmen zu halten. Und da frage ich mich: wer bezahlt das alles? Die Arbeitsagenturen dürften da wohl ganz rasch leere Kassen haben, wenn alle auf die Idee kommen, auf diesem Wege zu sparen. Und wer da nicht mitmacht ist wohl selber schuld! Und da habe ich eine Idee  – die Sache ist ganz einfach! Alle Beamte und Abgeordnete machen auch Kurzarbeit! Ist das nicht genial? In Kalifornien haben sie das schon eingeführt. Und da das Einkommen in der Regel über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, spart der Staat zum Beispiel 15% Personalausgaben und das Kurzarbeitergeld! Das eingesparte Geld kann dann in die Arbeits-agenturen fließen. Doch was ist mit der vielen nichtgetanen Arbeit? Dass Beamte nur ihren Büroschlaf um 30% verkürzen müssten ist natürlich eine üble Legende.
Ackermann hat gesagt: Manager haben eine Vorbildfunktion, und sie müssten in diesen schweren Zeiten auf einen Teil ihrer Boni verzichten. Ich sage: Politiker haben eine Vorbildfunktion, und sie sollten sich in diesen schweren Zeiten solidarisch zeigen! Jeder Politiker, der 3 Tage im Monat zu Hause bleibt, kann an 3 Tagen keinen Schaden anrichten. Im besten Fall merken wir es einfach nicht.

05.03.09: die (un)soziale Marktwirtschaft
Da gibt es doch wirklich noch Leute, die glauben, die Wirtschafts-ordnung in Deutschland sei die soziale Marktwirtschaft. Sogar Politiker gehören dazu! Offenbar liegt das daran, dass dieser Begriff  zur Phrase mutiert ist und die eigentliche Bedeutung verloren gegangen ist.Der Begründer Alfred Müller-Armack, Staatssekretär Ludwig Erhards, hat es so auf den Punkt gebracht: der Sinn bestehe darin, das Prinzip der Freiheit auf dem Markt mit dem Prinzip des sozialen Ausgleichs zu verbinden. Der Staat hat dabei die Aufgabe, sich gerade so viel einzumischen, dass sich nicht einzelne Bevölkerungsschichten auf Kosten anderer bereichern, indem aktiv Arbeitsmarkt- und vor allem Sozialpolitik betrieben wird. Wobei Erhard die These vertrat, dass mit zunehmendem Wohlstand der Bedarf an Sozialpolitik immer weiter sinke. Doch sehen wir uns an, was 60 Jahre soziale Marktwirtschaft gebracht haben! Wie Statistiken belegen, sind in den letzten 15 Jahren die Reichen immer reicher, die Armen hingegen immer ärmer geworden. Die reichsten 20% aller Haushalte verfügen über 67% des Nettovermögens, die reichsten 40% gar über 90%. Die armen und mittleren Haushalte zusammen haben nur 10% Anteil am deutschen Vermögen. Tendenz: die Schere wächst. So konnte die Einkommens-elite in Deutschland ihr Nettoeinkommen in den letzten Jahren um 35% steigern, bei den Verlieren der Gesellschaft jedoch sank es um etwa den gleichen Anteil. Als wichtige Voraussetzung des Funktionierens nannte Erhard übrigens Preisstabilität. Berechnungen zeigen nun folgendes: Das Bruttoeinkommen stieg in den letzten 15 Jahren um 43%, inflationsbereinigt aber nur um 8%. Das Nettoeinkommen ist dabei sogar um 2% gesunken! (Wen Statistik interessiert, hier sind ein paar: http://www.agenda21-treffpunkt.de/daten/armut.htm) Und nun mischt sich der Staat immer mehr ein! Logisch, denn im Umkehrschluss zu Erhard muss es ja heißen: Je schlechter es uns geht desto mehr soziale Eingriffe sind nötig. Während der Großen Depression hat Roosevelt den New Deal ausgehandelt. Mit Appellen an die Heimatliebe sorgte er dafür, dass die Reichen sich überproportional an der nationalen Rettung beteiligten. Und Merkel? Konjunkturpaket heißt ihr Zauber- oder besser Unwort. Und was steckt dahinter? Privatisierung der Gewinne, Verstaatlichung der Verluste. Oder anders ausgedrückt: die Allgemeinheit zahlt die Zeche. Und die Reichen werden reicher... Was lehrt uns das? Entweder die Theorie ist falsch, oder aber die Praxis.

17.02.09 – über Darwin, Gerr und Hott
Ein Artikel zum 200. Geburtsstag von Charles Darwin in der „Freien Presse“ war Anlass, dass man dieses Blatt für 2 Wochen mit Interesse lesen konnte, zumindest an manchen Tagen. Es kam nämlich zu einem Sturm der Entrüstung unter den Lesern, der mich in seinem Ausmaß überraschte. Darwin, der selbst überrascht war, dass alles, was er selbst gesehen und erforscht hat, die geltende Vorstellung von der Schöpfung auf den Kopf stellte, brauchte 20 Jahre, um sich zu einer Veröffentlichung seiner Theorie durchzuringen. Heute wird die Evolution, wenn auch nicht in allen ihren Grundzügen, auch von der Kirche anerkannt, ohne die Schöpfung deshalb auszuschließen. Trotzdem werden die, welche Darwins Theorie als wissenschaftliche Grundlage der Entwicklung des Lebens betrachten, von vielen Zeitgenossen belächelt oder gar angegriffen, wie die Leserbriefe zeigten. Am beliebtesten ist dabei, die Anhänger Darwins als „Ideologen“ abzutun oder gar folgenden „wissenschaftlichen“ Schluss zu postulieren: Da die Theorie Darwins nicht bewiesen sei, sei dies der Beweis dafür, dass die Schöpfungstheorie wahr sein müsse. Interessante Logik! Wenn einzelne Junge-Erde-Kreationisten das erste Buch Mose als bare Münze nehmen sei ihnen dies gestattet. Wenn jedoch Mehrheiten die Anhänger Darwins als Atheisten abtun zeugt das von überraschend wenig Aufgeklärtheit. Auch wenn ich den 7-Tage-Mythos als das nehme was er ist, ein Mythos eben, macht mich der Umstand, dass es schwierig ist aus NICHTS irgendwann ETWAS entstehen zu lassen, nachdenklich. Aber wer will schon wissen, ob der Schöpfer tatsächlich HERRGOTT war oder nicht doch die beiden betrunkenen Nichtsnutze GERR und HOTT, denen auf einer Weltraummission die Vorräte im Kühlschrank verdorben waren und die deshalb ihren Abfall mit etwas fermentierter Ribose und drei Gießkannen Aminosäure verrührten, und zwar mit einem linksgebogenen Feuerhaken, und diesen Abschaum, nachdem sie noch hineingeniest haben,  auf die Erde gossen? Zumindest wäre damit erklärt, woher immer noch so viel Abschaum unter den Menschen kommt. Wer mehr über die intergalaktische und kybernetische Schöpfungstheorien wissen möchte, sollte sich statt der Bibel mal die Werke Stanislaw Lems zur Hand nehmen.

21.01.09 – Ein Traum über B.O.
Zur Amtsübernahme des neuen Bundeskanzlers Bastian Opalla sind 2000000 begeisterte Fans vor das Brandenburger Tor gekommen, schon seit Mitternacht warten viele von ihnen. Bis zum Alex stehen die Menschenmassen dicht an dicht. Auf Riesenleinwänden wird die Rede Opallas übertragen. „Ihr Deutschen, eines verspreche ich: wir werden diese Krise überwinden, wir werden auferstehen stärker denn je!“ Neben ihm steht Michaela, die First Lady, mit den Mädchen Sarah und Maria, die ihren Papa anhimmeln. „Fleiß und Ehrlichkeit, Toleranz und Patriotismus, Heimatliebe und Vertrauen – besinnen wir uns auf unsere Tugenden! Gier und Neid, Zweifel und Zukunftsangst, Verantwortungslosigkeit und Ignoranz werden wir aus unseren Köpfen verbannen! Packen wir es an!“ ruft Opalla mit leichtem Vibrato, aber klar und deutlich in die Mikrofone, und die Menge jubelt. „Wir packen es an!“ dröhnt es im Chor.  „Wir werden denen, die unsere Arbeitsplätze in Billiglohnländer und ihre eigenen Millionen in Steueroasen verschieben, und dabei niemals Verantwortung für ihre Fehlentscheidungen übernehmen müssen, das Handwerk legen. Und denen, die wehrlosen Kids, Ausländern und Andersdenkenden den Baseballschläger überziehen, oder denen, die Menschen einsperren und foltern, weil sie die Wahrheit nicht hören können. Wir werden all unsere Innovationskraft, unseren Erfindergeist in umweltfreundliche Energien investieren und unsere Kinder als wertvollstes Kapital unserer Nation über alles stellen. Wir werden die Armen dieser Welt nicht aus reiner Profitgier noch ärmer machen, sondern gerecht sein. Packen wir es an!“ Und überall auf der Welt, im krisengeschüttelten Amerika, im hungernden Afrika, im kriegsverwüsteten Orient jubeln die Massen.
Ein neuer Messias wurde geboren, und endlich, mit aller Götter Hilfe, ist er inthronisiert auf dem Olymp.
Der Wecker schaltet ein, gerade laufen die letzten Nachrichten. „In einer Ansprache vor mehreren Journalisten sagte die Kanzlerin: „wir werden die Kuh schon vom Eis kriegen““, O-Ton, Betonung auf Kuh und Eis. Da fällt mir ein: ach ja, wir haben zum Reden ja extra einen, der immer mit viel Engagement von 612 Leuten gewählt wird, wie heißt der doch gleich? Ist der überhaupt verheiratet? Keine Ahnung. Doch vorgestern in seinem Grußwort zum Schlossabend elektrisierte er wieder die Massen: „Ich danke Ihnen, liebe Gäste, dass Sie an diesem besonderen Tag hier in das Schloss gekommen sind, wo auch in Amerika schon viel von Freiheit die Rede war.“ Betonung? Nein, keine...

18.12.08 – Unser Murkel in der Krise
Erst dachte ich: Jetzt musst du endlich mal unsere Krisenmanager in die Mangel nehmen!  „Es gibt keine Anzeichen für eine Rezession in Deutschland" sagte die Kandisbunzlerin am 22.01.08. (Schade, dass ich ihren Ton hier nicht wiedergeben kann). „Dennoch wird eine offene Volkswirtschaft wie die deutsche nicht völlig unberührt bleiben können" lenkt sie am 17.09. , schon 8 Monate später, ein. Da hatte meine Fondsanlage schon 19% Miese gemacht. Merkel und Steinbrück planen Eilgesetz zur Rettung der Banken, heißt es dann am 11.10., also nur gut 3 Wochen später. Und dann wird sie endlich energisch: „Die Exzesse der Finanzmärkte haben uns jetzt gezeigt, welcher Schaden entstehen kann, wenn es international an der entsprechenden Einsicht fehlt“ klingt es am 14.11., bevor man sich am Abend in Washington beim Abendessen und einem Gläschen Champagner ein paar Gedanken machen wird. Und nun geht es Schlag auf Schlag, zumindest mit den Pleiten... Na ja, ich habe mal gegoogelt, um zu erfahren wie es weitergeht. 4.460.000 Einträge allein in Deutschland zum Suchwort Finanzkrise! Es ist alles gesagt, alles geschrieben. Was soll ich da noch? Wenigstens ein paar interessante Beiträge will ich hier präsentieren.
Der erste erklärt uns erst mal, wie es dazu kommen konnte: Für Dummies. Interessant ist, dass Experten schon 2006 ganz genau das Kommende vorhersagten, nur der zündende Funke hat noch gefehlt: Einfach erklärt.
Logisch, dass solche Experten in Regierungskreisen ignoriert werden. Wer keinen Optimismus verbreitet fliegt raus! Ja, die Finanzkrise ist unsere Chance! Unsere Chance, reich zu werden. Behauptet jedenfalls Erwin Godizo.  Hat man sich mühsam bis ans Ende gearbeitet, erfährt man endlich wie das geht: Für 27 Euro kann man seine Ratschläge herunterladen. Einer wird dabei bestimmt reich, Erwin!
Statt Reichtum prophezeit folgende Seite den Weltuntergang. Das Geld kann man eh abschreiben, jetzt geht es darum, das Überleben zu sichern! Besonders gelungen finde ich die Analyse meines Freundes und Physikers Hartmut Schlichter, der anhand des Energieerhaltungs-satzes beweist, dass der Versuch, allein durch den Handel mit Geld Geld zu verdienen, ohne Werte zu schaffen, zum Scheitern verurteilt ist: Geld und Physik. Wer es noch ein wenig sarkastischer mag, dem sei der hier noch empfohlen:  Spreeblick. Es könnte munter so weitergehen, unter 4 Millionen Artikeln ist sicher noch manches Schmankerl zu finden, aber wer hat schon so viel Zeit sich da rein zu vertiefen? In diesem Sinne: werden Sie reich, verbarrikadieren Sie sich im Haus oder denken Sie einfach: Leck mich am ... und feiern Sie erst mal schön Weihnachten.

03.12.08 – Blockflöten sind auch nur Menschen
Eins muss man dem Herrn Landtagsabgeordneten Nolle von der SPD lassen: Er hat wieder mal Zündstoff für eine längst fällige Diskussion geliefert. Das ist aber auch gleich alles. Denn irgendwie hat er als einer, der die Geschichte nicht wirklich miterlebt hat, kein Recht ein Urteil zu sprechen. Denn es geht um die Frage: warum ist man in der DDR Mitglied einer Partei geworden? Und wenn ja welcher? Die Motivation der Parteimitglieder im Westen der Republik ist mir jedenfalls nicht ganz klar, ausgenommen derer, die eine politische Karriere anstreben oder aus Überzeugung handeln. Das soll es ja geben. Doch wie war es in der DDR? Eine Parteimitgliedschaft war in jedem Falle nützlich – das hat man aus dem 1000jährigen Reich übernommen. In der DDR war eigent-lich für jede Funktion, nicht nur in Politik, sondern in der Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, in Verwaltung und Bildung ein Parteibuch nützlich, ab einer bestimmten Position gar erforderlich. Nein, man musste nicht in die Partei, man musste nicht in die Stasi. Wer das behauptet, lügt. Aber man musste dann mit der Konsequenz klarkommen. Man ging also aus 3 Gründen in die Partei: man war überzeugt, man wollte seine Ruhe haben, man wollte Karriere machen – und zwar nicht bloß eine politi-sche, sondern irgendeine, Abteilungsleiter, Olympiatrainer, Theater-intendant.
Für den Westen ist Karrieremachen eines der natürlichsten Bedürfnisse des Menschen, Widerstandskämpfer zu sein ist eher weniger verbreitet, die RAF mal ausgenommen, die aber  kriminell war. Heute machen die, die das nicht selbst erlebt haben, den Fehler, zu glauben, dass in der DDR die Parteimitglieder die Kriminellen waren. Interessanterweise hat man dabei die Blockflöten ausgenommen – hat man im Westen wirklich geglaubt, das wären so was wie Oppositionelle gewesen? Was also waren das für Menschen? In die SED konnte nicht jeder, denn das war die Elite, und die rekrutierte sich per Definition aus Arbeitern. Also musste man denen, die aus anderen Schichten kamen, eine Plattform schaffen – die Blockparteien. Ihre Mitglieder waren einerseits hörige Regimetreue, das Gros aber vermutlich solche, die mit ihrer Mitglied-schaft nur ein Ziel hatten: in Ruhe gelassen zu werden und dennoch Karriere machen zu können. Doch letztlich waren sie alle eines: Mitläufer, keine Widerstandskämpfer.
Leider gibt es unter ihnen heute genug, die uns anderes glauben machen wollen, ein Herr Flath zum Beispiel, Umwelt-, Kultus- und designierter Finanzminister sowie Fraktionsvorsitzender in Sachen, Blockflöte und Sprücheklopfer. Ganz nebenbei: als wir 1989 in unserer Firma einen Betriebsrat gründen wollten, baten wir den CDU-Kreisvor-stand Chemnitz um Hilfe. Aber die haben sich so was von in die Hosen geschissen! Nein, sie gehörten nicht zu denen, die begriffen hatten, dass die Wende bereits da war. Und ich stelle mir immer vor, dass  Herr Flath sich genauso die Hosen vollgemacht hat. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass es für unsere Zukunft letztlich auf die Person und ihre Leistung ankommt, nicht auf ihre Vergangenheit. Und da werden wir Herrn Tillich genau beobachten.
Eines aber müssen wir dank Herrn Nolle überdenken: Im geltenden Weltbild gilt nur die SED als böse. Und die Linken sind angeblich nicht salonfähig, weil sie die SED beerbt haben. Die CDU hingegen (und gleiches gilt für die FDP) haben die Blockflöten mit wehenden Fahnen integriert, und keiner fragt heute mehr nach deren Rolle. Doch wie groß war der Unterschied zwischen einem, der in der SED , und einem, der in der CDU seine Ruhe haben wollte, wirklich?

08.11.2008 – das Märchen von einem der auszog das Rechnen zu lernen
Obama hat gewonnen, Ypsilanti hat verloren- die Medien sind voll davon, deshalb werde ich darüber nichts schreiben. Etwas anderes fand ich gestern sehr lustig: Seit dem 6.November kennen wir endlich den besten Märchenerzähler der deutschen Ministerriege. Und wie nicht anders zu erwarten ist es unser Peer, der Finanzminister. Ausgerechnet in dieser für die Banker so schweren Zeit hat er sich aufgemacht, um im Rahmen der Reihe „Politiker erzählen Märchen“ vor 9- und 10-jährigen über Schätze und andere geheimnisvolle Dinge zu lesen. Nun könnte man meinen, Politiker erzählen doch immer Märchen – bedarf es da erst einer Programmreihe? Vor allem wenn es um’s Geld geht tischt man uns doch nur noch Märchen auf. Der Euro ist so gut wie die Mark, die Wende am Arbeitsmarkt hat begonnen, der Staat hat seine Schulden im Griff, die Rente ist sicher, die Gesundheitsreform ist ein Jahrhundert-werk usw., wir alle kennen das. Von Professor Hankel gibt es ein Buch: „Die Euro – Lüge und andere volkswirtschaftliche Märchen“. Aber daraus hat der nette Onkel Steinbrück natürlich nicht vorgelesen. Nein, er hat von einem unsichtbaren Diener erzählt, der seinem Herrn alle Wünsche erfüllt, bis dieser am Ende doch mit leeren Händen dasteht. Irgendwie hat man das Gefühl, dass die deutschen Politiker auch alle an so einen guten Geist glauben und statt nach der Weisheit „spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ nach dem Motto „spare am falschen Ort dann stehst du bald mit leeren Händen da“ wirtschaften.
Welche Lehre gibt Peer den Kindern mit auf den Weg? „Ihr müsst euer Leben selber gestalten“, so sein Motto. Klar, denn eines Tages ist der Sozialstaat bankrott, wenn es so weitergeht.

03.10.2008 – nach 2 Maß mit Gott gegangen
Nach zwei Maß war das Maß voll. Die Mehrheit hatte sie nicht mehr lieb. Und das Ergebnis war noch 6% niedriger als man es erwartet hatte. Dafür haben die Grünen mit 9,4% ihr bestes Ergebnis eingefahren, dank der CSU. Nein, sie hatten nicht ihre eigenen Kandidaten abgelichtet, sondern die Doppelkasper Beckstein – Huber auf ihr Wahlplakat postiert. Mit dem Nachsatz: Geht mit Gott! Aber geht... Zum Glück für die größte bayerische Bierpartei hat auch die überflüssigste aller Parteien, die Gelben, Zuwachs erfahren, so dass es noch mal gerade so reichen dürfte, regierig zu bleiben. Denn die Gelben sind sich mit den Roten leider nicht Grün. Und die Freien Wähler haben Pauli. Mit der möchte vielleicht so mancher, aber nich inne Regierung. Und schuld an all dem Chaos ist natürlich Edmund, der mit seinem Handtuchwurf 2007 den Anfang vom Ende einleitete. Profitieren wird nun einer, der bisher immer unterlag: der Herz – Jesu – Sozialist Seehofer. Nicht weil er die von der CSU immer in den Vordergrund gerückte konservative Linie besonders gut verkörpert, nein, sie haben wohl keinen mehr, dem sie zutrauen, die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Warum soll es in der CSU anders aussehen als bei dem Rest der deutschen Parteienlandschaft?
Und jetzt hab ich noch einen Nachtrag zu meinem letzten Thema: Thießen und Hartz IV. Eines muss ich nämlich klar stellen: Ein cleverer Leistungsempfänger kann heute besser dastehen als einer, der arbeitet. Haben Thießen und Co. doch recht? Einer, der Mindestlohn bekommt, von dem noch Sozialabgaben abgehen, steht heute oft mit weniger da, als einer der Hartz IV bekommt und sich halbtags das gesetzlich zulässige Zubrot verdient. Also ist es für den Leistungsempfänger einfacher, bloß ein paar Stunden zu arbeiten, und für den Arbeitgeber auch, denn für einen Vollzeitjobber muss er auch noch Abgaben zahlen. Das sollte uns - und Frau Murkel - doch mal zu denken geben – aber nicht so, wie Herr Thießen das getan hat.
Und übrigens – was zum Teufel war doch gleich am 3. Oktober irgend-wann gewesen? Kann sich da noch einer dran erinnern? Falls ja, bitte im Gästebuch melden!

06.09.2008 – Von Menschen und Leistungsempfängern
Um es gleich vorwegzunehmen: die TU Chemnitz sollte bei dem bleiben, was sie ist, und sich um Technik kümmern. Ein Gehalt für Professoren der Wirtschaftswissenschaft zu zahlen, die weder von den Studenten gut beurteilt werden noch das Ansehen der Uni verbessern, ist nicht bloß Verschwendung. Ich würde den Herren Thießen und Fischer den Stuhl vor die Tür setzen, nachdem sie mit ihrer „Chemnitzer“ Studie zur „Höhe der sozialen Mindestsicherung“ für einen bundesweiten Eklat gesorgt haben! Jeder hat es inzwischen gelesen: ein HartzIV-Empfänger kann mit ein wenig gutem Willen mit 132€ im Monat auskommen, und wenn er sich „etwas gönnt“, dann immerhin noch mit 278€. Die etwa 350€, die er heute bekommt, sind also deutlich zu viel. Nun rudert die Uni zurück. In der Präambel wird mit Bedauern festgestellt, dass die Medien über die Studie sinnentstellt berichten, und es wird sogar behauptet, dass die Studie eigentlich die Absicht hatte, „einen Beitrag zur Verbesserung der Situation vieler Menschen zu leisten“. Mir kommen echt die Tränen! Denn ich kann noch so oft lesen, was die „Forscher“ herausgefunden haben, das von ihnen selbst formulierte Fazit heißt: Die sozialen Leistungen liegen oberhalb des physischen und des kulturellen Existenzminimums! Der Nachsatz, dass das Ziel, in Würde leben zu können, nicht erreicht wird, weil die Leistungsempfänger ja „nur“ Geld bekommen und keine Arbeit, soll wohl eine Art Mitgefühl vortäuschen, aber zu dieser Erkenntnis bedarf es wahrlich keiner Studie, die wahrscheinlich mehr Geld verschlungen hat als hunderte Arbeitslose für ihr Existenzminimum ausgeben dürfen. Ja, da schauen sogenannte Forscher vom Katheder auf den Pöbel herab und maßen sich an, diesem vorzuschreiben, was er sich leisten darf und was nicht. Denn das sind ja keine normalen Menschen, sondern Maschinen, die essen was die WHO vorsieht und ihre Lebens-bedürfnisse für 1€ Bibliothekskosten erfüllen. Stell Dir vor, alle 17000 Arbeitslose der Stadt Chemnitz strömen täglich in die Bibliothek! Und bitte schön, die Waschmaschine nicht kaputt machen (so sie denn überhaupt eine haben dürfen, man kann ja auch auf Steinen im Fluss waschen), nicht krank werden (wovon auch, wenn man sich WHO-gerecht ernährt und den Tag in der Bibliothek verbringt) und nicht auf dumme Gedanken kommen wie z.B. sich mal zu verlieben!
Noch eins haben die Herren Wirtschaftswissenschaftler völlig vergessen: dass wir in der Marktwirtschaft leben und diese nur funktioniert, wenn man den Menschen klar macht, dass sie mehr brauchen als das Minimum. Ergo: entweder ist Herr Thießen für die Wiwi zu blöd, oder er betrachtet Leistungsempfänger nicht als Menschen. Mein Fazit daher: die Studie verdient die Note 6, und die Herren Thießen und Fischer schicken wir „stempeln“, damit sie mit den 200€, die sie zuviel bekommen, sich den Frust über das Unverständnis ihrer Leistung von der Seele saufen können. Mein Fazit: Und damit keiner meint, ich bin nur auf Klickzahlen scharf, biete ich die offizielle, von der TU veröffentlichte Kurzform der Studie hier zum Selberlesen an, nebst einiger weiterer Kommentare: 

Soziale_Mindestsicherung_2008_ZusFas_komment.pdf

03.09.2008 – Spiele und Statistik
Peking ist vorbei. Man könnte sagen, es ist schon vergessen. Kein Hahn kräht mehr danach. Auch Tibet ist vergessen. Die grandiose Show, inszeniert als bombastische Selbstdarstellung der chinesischen Machthaber, hat wohl Wirkung gezeigt. Zumindest beim Bürger, denn in Leserbriefen gab es auffällig viele pro-chinesische Meinungsäußerungen. Dass es dort kein  Recht auf freie Meinungsäußerung, dafür Korruption, keine Achtung der Rechte von Minderheiten, dafür Diktatur gibt, all dies haben die Spiele vergessen gemacht. Und die Briefschreiber muss man fragen: wollt ihr die DDR zurück? Denn alles, was den DDR-Bürger 1989 (heute, in der Verklärung der Vergangenheit, ist vieles vergessen) auf die Straße getrieben hat, hat China genau so zu bieten, mit einer Ausnahme: man gestattet den Reichen dort, immer reicher zu werden, während große Bevölkerungsteile in Armut versinken. Die Herrschenden dort nennen das immer noch Kommunismus, doch es ist eher ein Kommukapital-imperialismus. Bald werden nicht nur chinesische Autos bei uns rollen, wir werden auch unser Tagesgeldkonto auf chinesischen Banken eröffnen.
Aber ich wollte ja über die Spiele schreiben. China hat im Medaillen-spiegel die Großmacht USA gestürzt. 100 Medaillen hat China ergattert. 1992 waren es 54. Deutschland dagegen hatte 1992 immerhin noch 82 Medaillen geholt, dieses mal nur noch 41. Seit 20 Jahren geht es stetig bergab. Vielleicht ist das ja der Grund, warum man die Spiele hier so schnell vergessen hat? Traditionelle „deutsche“ Sportarten wie Pferdesport, Rudern, Schwimmen, Radsport versinken in Mittel-mäßigkeit, in der Leichtathletik waren wir so schlecht wie nie. Warum? Natürlich gehören die Verantwortlichen des Schwimm- und Leichtathletikverbandes in die Wüste geschickt (was natürlich nicht geschehen wird). Aber das eigentliche Problem ist wohl die Sport-förderung. Da werden Steuergelder für sogenannte Olympiastützpunkte ver(sch)wendet, und der Nachwuchs bleibt auf der Strecke. Eltern von Kindern, die Leistungssport treiben, müssen heute gut betucht sein. Das gilt nicht mehr nur für ehemalige Elitesportarten wie Tennis, sondern überall. Wie viele Talente gehen uns so verloren? Andererseits sollte China statistisch fast 20 mal so viele Talente haben wie Deutschland, und demzufolge müssten sie 200 Medaillen haben und wir nur 10. So gesehen war das Abschneiden doch super, oder?

11.07.08 – Die Egomanen und die Schildbürger
Neulich hab’ ich bei einem online Fotowettbewerb mitgemacht. Man musste sich nur registrieren, konnte 5 Bilder einreichen und alle anderen bewerten, inklusive der eigenen. Was glaubt ihr, wie der Durchschnittsmensch reagiert, wenn er etwas bewerten soll, zu dem er selbst beigetragen hat? Die Organisatoren haben wohl geglaubt, dass die besten Bilder  sich durchsetzen würden, und sie haben sich getäuscht. Von 3000 Bildern kamen 50 in die Endwertung, aber da waren vielleicht 10 gute dabei, während 300 gute Fotos auf der Strecke blieben. Wie ist das nun zu erklären? Ganz einfach: der Mensch ist zuerst Egoist. Jeder hat seinem Bild die Höchstnote 10 gegeben und Bildern, die in der Wertung besser waren, die schlechteste Note. Das eigene Bild nach vorn bringen (und sei es grottenschlecht) war die Devise. Ihr schüttelt den Kopf? Habt ihr anderes erwartet? Nun, ich sage euch: so funktioniert auch etwas ganz wichtiges in unserer Gesellschaft, die sogenannte Politik. Die Parteien haben nur ein Ziel: der eigene Vorschlag muss durchgedrückt werden, der gegnerische wird zur Schnecke gemacht. Was ist schon gut oder schlecht? Wenn wir schon bei Fotos jede Objektivität verlieren, wieso sollten Politiker bei weitreichenden Entscheidungen wenigstens versuchen, objektiv zu urteilen? Ein Beispiel lieferte gerade der Chemnitzer Stadtrat. Obwohl es im Zentrum genügend leerstehende Bürofläche gibt erhielt ein Investor grünes Licht für einen weiteren Neubau. Das makabre dabei: Da es keine Mieter gibt, musste die Stadt dem Investor zusagen, einige ihre Ämter dort einzumieten. Und das, obwohl dabei die Miete deutlich höher ausfällt als wenn man in schon vorhandene Räume eingezogen wäre. 150000 Euro kostet das die Chemnitzer Steuerzahler zusätzlich jedes Jahr, Geld mit dem man endlich ein paar marode Schulen hätte sanieren können. Und warum? Die Stadtväter haben das Ziel, „endlich die Innenstadtbebauung abzuschließen und ein intaktes Umfeld zu schaffen“ höher bewertet als jede Vernunft. Denn es ist ein Schildbürgerstreich: Durch den Neubau werden andere, auf Mieter wartende Großbauten, ruiniert und dem Verfall preisgegeben. Wer zahlt dann die Zeche? Wieder der Steuerzahler. Abriss, und am Ende werden doch Bäume gepflanzt – was man auch jetzt schon auf der freien Fläche hätte tun können, um dem gestressten Innenstadtbesucher eine kleine grüne Insel zu bieten. Hauptsache man hat den eigenen Vorschlag durchgebracht.
Um noch mal auf den Fotowettbewerb zurückzukommen: einigen hat es nicht genügt, eine Lobby aufzubauen, sie haben als „Stimmfälscher“  (Faker) sich mehrfach registriert, um sich mehr Gewicht zu verleihen. Der fleißigste soll es auf 250 Nicknames gebracht. Stellt Euch vor, eines Tages säßen die Abgeordneten bequem zu haus und dürften online abstimmen!

24.05.2008 - Die Dieselfalle
Der heutigen Kommentar ist aus naheliegenden Gründen ausnahmsweise auf der Physiker - Seite zu finden. Denn die haben eine der größten Herausforderungen der Menschheit zu lösen. Nein, nicht wie kommen wir auf den Mars, sondern wie kommen wir aus der Dieselfalle?

14.05.2008 – von Diät und Diäten
Das Wort Diät stammt vom griechischen „diaita“ ab und bedeutet so viel wie Lebensweise. Heute wird diese Lebensweise fast ausschließlich mit der Ernährung in Zusammenhang gebracht, es gibt Diäten zur Krankheitsbehandlung und zur Gewichtsreduktion. Wer eine Diät befolgt, tut das für die Gesundheit, und der Kerngedanke einer Diät besteht im Verzicht (low fat, low carb usw.).
Für unsere Volksvertreter spielen Diäten eine zentrale Rolle, wenn nicht die wichtigste in ihrem Leben. Allerdings ist da von Verzicht keine Rede! Gierig stopfen sie alles in sich rein. Und wenn man mit Abspecken kommt, können sie ruhig abwinken: Ihre Diät geht auf das mittellateinische „dieta“ zurück, welches im Sinne von Termin, Versammlung, und später auch Tagesgeld gebraucht wurde. Obwohl erst zum Jahreswechsel ein genauer Plan zur Diätenerhöhung per Gesetz beschlossen wurde, hat man – wegen des hohen Verdi-Tarifabschlusses - flugs mal eine zusätzliche Erhöhung eingeschoben. Damit kommt der von Dir gewählte Vertreter von Anfang 2008 bis Anfang 2010 mit einer satten Erhöhung um 16,4% auf dann 8159 €. Klar: wir dürfen dafür den Gürtel enger schnallen. Übrigens gibt es durchaus die Auffassung, dass mit guten Diäten auch gute Politiker gewonnen werden können, die gute Leistungen bringen! Merkt ihr was? Hat man schon mal gehört, dass man seine Leistung verbessert, wenn man sich per selbstgemachtem Gesetz mehr Geld zuschanzt? Das wäre etwa so, als würde man einer Putzfrau das Gehalt verdoppeln, damit sie zukünftig die wegen des Fachkräftemangels freie Stelle des Chefkonstrukteurs einnimmt. Übrigens, in der Schweiz überlassen die Abgeordneten die Arbeit den Fachleuten und kassieren dafür rund 10000 €. Aber im Jahr.

09.05.2008 – Das Eva-Prinzip
Als Eva (Herrmann) Herman 2007 beim NDR gefeuert wurde, habe ich sie ein wenig bedauert, denn ihre Äußerungen als Nazi-Verherrlichung zu betrachten war wohl sehr weit hergeholt, mir schien eher das Gegenteil plausibel. Leider waren ihre Worte sehr verworren, und heute glaube ich, dass sie wirklich etwas verwirrt ist. Ihre Kampagne für die Frau am Herd nimmt langsam bizarre Züge an. „Die kollektive Betreuung scheint zum Staatsziel zu werden“ wettert sie wider besserer Angebote zur Kinderbetreuung. Sie vergleicht Kitas mit Legebatterien und behauptet, dort hätten Kinder weniger Raum als Legehennen. Nun, die Kindergärten, die ich kenne, sind alle sehr schön, und – kaum zu fassen: die Kinder gehen gern dorthin! Schöne Kindergärten sind vielleicht ein Standortvorteil des Ostens, ein Relikt einer furchtbaren Vergangenheit? Und Kinder, die gern dahin gehen, tragen wahrscheinlich noch irgendwelche DDR-Gene in sich, von Müttern, die auch mal gern dahin gegangen sind, wie furchtbar. Nur mal nebenbei, damals durften übrigens die Erzieherinnen die Kinder noch erziehen, was heute leider nicht mehr der Fall ist. Das könnte ja schon ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Kinder – vor allem aber der Eltern – bedeuten. Natürlich wurde den Kindern damals nicht den ganzen Tag das kommunistische Manifest eingebläut, wie heute manche „Experten“  den staunenden West-Bürgern weis machen wollten, denn die meisten Erzieherinnen waren auch bloß Menschen – ja, außer IM’s gab es auch Menschen... Eines vergisst Frau Herman auf jeden Fall: ihr gottgewolltes Weltbild einer Familie, mit einem Vater, der den Lebensunterhalt verdient, einer Mutter, die ihrem lieben Mann das Essen macht und sich rührend um zwei oder drei, manchmal auch sieben Kinder kümmert, ist erst im Kapitalismus geboren worden, als Fabrikarbeiter in die Städte zogen. Nein, es gab es nicht seit Adam und Eva. Damals lebten die Menschen in Sippen, und die Frauen waren nicht bloß dazu da den Babys die Brust zu geben. Die Sippe war ein Kollektiv! Jeder hatte seine Aufgabe, und die Kinder wurden im Kollektiv erzogen. Und es ist noch nicht so lange her, da gab es die Großfamilie noch, mehrere Generationen und Verwandte unter einem Dach, und wenn die Mutter eine Aufgabe hatte, kümmerten sich Omas oder Tanten um die Kinder. Der Mensch ist trotz seiner Individualität ein kollektives Wesen. Die Isolation und Vereinsamung in der Anonymität der Großstädte ist ihm wesensfremd. Das haben vor 150 Jahren sogar manche Fabrikbesitzer begriffen und Kindergärten eingerichtet. Und die Ideen von Fröbel oder Pestalozzi hat Frau Herman wohl nie zur Kenntnis genommen. Überhaupt frage ich mich, wo die gute Eva alle ihre Erkenntnisse von Mutter und Familie her hat. Ist sie doch schon 4 mal verheiratet, und nur der dritten Ehe entsprang ein Sohn, der Eva aber durchaus nicht zurück an den Herd brachte. Wer sich um den Kleinen gekümmert hat, wissen wir nicht, hatte doch da ihre Fernsehkarriere ihren Höhepunkt erreicht. Ach nein, sie hat sich natürlich als billige Arbeitskraft politisch gewollt in die Erwerbstätigkeit drängen lassen.

15.04.2008 – Sachsen und die Königsmörder
Es ist vollbracht. Milbe hat das Handtuch geworfen. Damit hat auch der zweite Ministerpräsident in Sachsen seine Amtszeit vorzeitig beendet. Ein schlechtes Omen für Herrn Tillich, den designierten Nachfolger? Immerhin hat König Kurt es auf 12 Jahre Amtszeit gebracht, Milbe nur noch auf 6.  Beide waren Importe. Beide waren autoritär und von einem Hofstaat von Schmeichelleckern umgeben, ihre Stellung war eigentlich unantastbar. Beide stolperten über kleinere bis mittlere Affären, die vermeidbar gewesen wären. Kurt Biedenkopf machte Geschäfte mit Schulfreunden, die dem Freistaat 16 Millionen Euro Schaden brachten. Der Finanzexperte Milbradt vermochte es nicht, die sächsische Hofbank, die er beaufsichtigte, vor immensen Spekulationsverlusten zu bewahren, die letztlich zum Verkauf und Bürgschaften Sachsens in Milliardenhöhe führten. Obwohl beide ihr Königreich zu ersten Wirtschaftsmacht der neuen Länder machten, haben sie Millionen in den Sand gesetzt. Stanislaw Tillich verkörpert nun das ganze Gegenteil seiner Vorgänger. Er ist Sorbe und damit gebürtiger Sachse. Er ist jung, nett und adrett. Er ist auf europäischem Parkett gewandelt, gilt als Zuhörer und nicht als Besserwisser. Alles Eigenschaften, die seinem Vorgänger abgingen. Also beste Voraussetzungen für einen Neuanfang. Nur einen Haken hat es: Kurt und Milbe kamen vom Olymp, keiner wagte es sie anzutasten (außer natürlich der MdL Nolle, dem schon mancher zum Opfer fiel). Tillich aber wurde aus den Reihen der braven Jünger emporgehoben.  Das wird Neider auf den Plan rufen. Wie lange wird er durchhalten? Bleibt Sachsen das Land der Königsmörder?

06.04.2008 – Die Porschefahrer und die Rente
Eine junge Frau heizt die Debatte um den Generationenkonflikt in Deutschland an und sorgt für Stimmung. Anja Kapfer, Vorsitzende der deutschen Wirtschaftsjunioren, redet über Bildung, über die Zukunftsaussichten Deutschlands, über das Bild der Unternehmer in der Öffentlichkeit und über die Rentenerhöhung. Wer sind diese Junioren eigentlich, die sich sozusagen in die Politik der Parteien einmischen? Der WJD ist die deutsche Kammer der JCI, der Junior Chamber International, die 1915 in St.Louis von einem Deutschstämmigen in Form der „Young Men’s Progressive Civic Association“ gegründet wurde. Credo war die Verbesserung der Gesellschaft, der Zugang zu gesellschaftlichen Problemen für junge Leute als Beitrag für Menschen aller Altersklassen. So zumindest ist es zu Lesen, wenn man ein wenig auf der Homepage sucht, auf der unter der Rubrik „Profil“ als erstes der WJD-Shop erscheint. Kein Wunder, dürfen doch nur Unternehmer oder Führungskräfte Mitglied werden! Sind sie also als Mitglieder hier traut vereint, treibt  Frau Kapfer in einem Interview wohl einen Keil in die eigenen Reihen. Für das schlechte Image der deutschen Unternehmer seien allein die schwarzen Schafe aus den Managerkreisen (also Führungskräfte) verantwortlich mit „ihrer persönlichen Gier“. Übrigens, Frau Kapfers unternehmerische Aktivitäten bestehen im Wesentlichen in der Ausbeutung ihrer Notarsgehilfin. Sie ist Chefin einer Notarskanzlei, und ich denke, dass ihre Angestellten den gleichen Hungerlohn erhalten wie unter Anwalts- und Notarsgehilfen üblich. Der Gipfel als Beitrag für alle Altersklassen aber war ihr Ausspruch „Ein Plus bei den Renten ist ein falsches Signal für die junge Generation und für die Unternehmen in unserem Land“. Während VW-Chef Winterkorn seine Bezüge von 2007 um gute 50% steigerte (ist er nun ein Unternehmer oder ein schwarzes Schaf?), wird den Rentnern ein durchschnittliches Plus von 5 Euro im Monat nicht gegönnt, denn die müssen schließlich von den Jungunternehmern erwirtschaftet werden. Wie sollen sie da ihren Porsche finanzieren? Als ich versuchte, das Grundsatzpapier „Rente“ auf der Homepage zu öffnen, wurde mir das leider verwehrt, da bleibt diese Elite lieber unter sich. „Sie haben keine Rechte auf diesen Download“, hieß es, aber immer noch besser als: „Sie haben keine Rechte auf Rente“.

30.03.2008 – Sport oder gesund
Die Stadt Chemnitz hat sich viele Jahre selbst als Sportstadt bezeichnet. Das lag wohl am damaligen OB, der als gelernter DDR-Bürger alter Schule eine Affinität zum Sport hatte und sich selbst engagierte. Leider hat er eines nicht geschafft: eine kommunale Struktur der Sportförderung zu schaffen. Viele Vereine, die Breitensport anbieten, müssen mit ein paar wenigen Euros aus dem Sozialhaushalt auskommen. Und da dort dieses Jahr zusätzlich Mittel frei sind (ja, das gibt es!), will man dem Fußballclub (der CFC spielt übrigens in der Regionalliga – unter einem gewissen Hans Meyer, der später weiter westlich große Erfolge feierte, war man mal in der 2. Liga) mit einem erklecklichem Sümmchen unter die Arme greifen. Löblich – oder doch nicht? Warum gerade dem Fußball? Die Summe soll das 40-fache dessen sein, was der Schwimmclub bekommt, obwohl dieser 4 mal soviel Nachwuchssportler betreut. Da darf doch die Frage berechtigt sein, welchem Zweck die Förderung dient. Ist Fußball bei den Politikern einfach populärer? Da sollen sie doch Sponsoren suchen statt sich aus dem Steuersäckchen zu bedienen! Trotz Ajona und Robin bekommt der Eiskunstlaufnachwuchs kaum etwas ab. Die Eltern müssen nicht nur die Ausrüstung selber bezahlen, bei jedem Wettkampf und jeder Stunde Extratraining sind ein paar Scheine fällig. Nicht Leistung entscheidet, sondern wer es sich leisten kann. Ist es da ein Wunder, wenn der deutsche Sport eine Talfahrt macht? Heute glauben die meisten, der DDR- Sport hatte seine Erfolge nur wegen systematischem, wissenschaftlichem Doping. Ganz, ganz oben mag das so gewesen sein. Aber man hat auch immer wieder die Naturtalente gefunden, denn mit 50 Pfennig Mitgliedsbeitrag konnte jedes Kind Sport treiben, das Reservoir war schier grenzenlos.
Apropos Sport. Ihm geht es nicht besser wie dem Gesundheitswesen: der Niedergang wird immer deutlicher. Die Schwimmer haben keinen Bock, zur EM zu fahren, obwohl sie genug Geld von meinem Freund, dem Innenminister, bekommen. Ärzte haben keinen Bock mehr, Kranke zu behandeln, weil sie zu wenig Geld von den Kassen bekommen. Es ist kein Märchen, mit einer Überweisung in der Tasche, bin ich neulich bei 3 Orthopäden abgeblitzt. Vielleicht sollte man die Verteilung unserer Gelder mal ernsthaft überdenken. An Schwimmern, die keine Leistung zeigen wollen, besteht kein Bedarf, an Ärzten, die sich noch an Hippokrates erinnern, schon.

19.03.2008 – Berlin, Moskau, Peking oder für Frieden und Völkerfreundschaft
Als die Kommunisten in Afghanistan an die Macht kamen, holten sie die Russen zu Hilfe, die 1979 das Land besetzten. Ein Aufschrei der Entrüstung gegen diese Invasion ging damals durch die „freie“ Welt. Die Olympischen Spiele 1980 in Moskau wurden auf Betreiben der USA boykottiert, auch von den (West-) Deutschen. Natürlich ging es nicht um Afghanistan, wo es ja nichts zu holen gab. Es ging gegen die Russen, die damals böse waren. Seit 58 Jahren hat China das Land Tibet annektiert. Bereits 1955, 1959, 1987 versuchten die Tibeter, die ihnen damals in – aufgezwungenen - Verträgen zugesicherte Unantastbarkeit ihrer inneren politischen Struktur durchzusetzen. Mehrfach hat auch Deutschland die permanenten Menschenrechtsverletzungen durch die chinesischen Invasoren angeprangert. Und auch heute versuchen die Tibeter auf die Auslöschung ihres Volkes, ihrer Jahrtausende alten  Kultur durch die „Sinisierung“ mit Protestaktionen aufmerksam zu machen. Nicht nur die blutige Niederschlagung der Aktionen, auch die schleichende Vereinnahmung Tibets durch die Han-Chinesen kann als Völkermord bezeichnet werden. Doch man hört keinen Aufschrei, bestenfalls ein paar gesetzte Beiträge, in denen man die Nutzung einer internationalen Großveranstaltung, die der Völkerverständigung dienen soll, als Plattform des Protestes diskutiert. Aber nein! 28 Jahre später hat die westliche, freie Welt dazugelernt. Ein Boykott der Olympischen Spiele in Peking kann keine Probleme lösen, so die Merkels, Schäubles, Rogges und (grünen!) Vespers. Woher der Sinneswandel? Als China noch als echtes kommunistisches Regime agierte hat man den Dalai Lama als Freiheitskämpfer hofiert. Doch was sind die Chinesen jetzt? Man macht Geschäfte mit ihnen und verdient sich goldene Nasen. Sie sind nicht mehr böse genug! Wen interessieren da noch die paar Lamas? Also lässt man die Chinesen ihre große Propaganda-Show abziehen. So wie man es 1936 einen gewissen Hitler hat tun lassen, der sich erst der Bewunderung der westlichen Welt für sein Regime bei der Olympiade versichert hat, um danach seelenruhig den größten Völkermord aller Zeiten vorzubereiten. Wie sich doch alles wiederholt - oder doch nicht?

11.03.2008 – Schwarz, rot, gold
Kennt ihr den Hähle Fritz aus Grüna? Wenn nicht ist es nicht schlimm. Er ist bloß Fraktionsvorsitzender der CDU im sächsischen Landtag, eine stille Erscheinung ohne Charisma, deshalb musste er wohl den Landesvorsitz abgeben. Als gelernter DDR-Bürger hat er eine ganz normale Karriere durchlaufen, POS, Ausbildung, Fernstudium, Promotion, Forschungsstelle an der TU Chemnitz, eigenes Häuschen in schöner Lage, was will man mehr. Inzwischen hat er ein Büchlein geschrieben, und manchmal liest man in der Presse seine Ergüsse. Sei Lieblingsthema ist der Gegensatz zwischen der ach so düsteren DDR-Vergangenheit und der strahlenden freiheitlichen Gegenwart. Die DDR reduziert er auf eine Wirklichkeit „mit heruntergekommener Wohnsubstanz, mit jahrelangem Warten auf die Zuteilung eines Autos, eines Platzes im Altersheim oder eine Bypass-OP, sowie Städte und Dörfer im Einheitsgrau, einer verpesteten Umwelt und einer zugemauerten Republik“. Und er schimpft über „Rotlichtbestrahlung“ und die Unterwanderungstaktik der Stasi. Nein, er war nicht verfolgt und auch kein Regimekritiker. Und sein Häuschen ist, soweit ich mich erinnern kann, auch heute noch grau angestrichen. Warum dann dieses düstere Bild? Es soll warnen vor den Linken! Warnen vor einer Zukunft ohne Arbeitslosigkeit, mit leidlicher medizinischer Versorgung für alle, genügend Krippenplätzen. Natürlich gab es zu viele dunkle Schatten in jenem Land. Aber die Probleme der Gegenwart sind für Hähle nicht existent, die immer weiter klaffende Schere zwischen Arm und Reich, die Slums in den Weltstädten, die vielen, die sich kein Auto oder nur „Schrottkisten“ leisten können, die sich herausbildende Zweiklassenmedizin, Kinderfeindlichkeit, Klimawandel. Und so kann er nicht begreifen, dass gerade in den ärmeren Regionen und Schichten das Leben in der DDR gar nicht so furchterregend gesehen wird. Doch das wundert nicht, wenn man immer nur auf der Sonnenseite des Lebens gestanden hat. Ob seine These schwarz + rot = goldene Zukunft, d.h. die SPD müsse wegen dieser schrecklichen DDR-Realität, statt sich den Linken zu öffnen, stärker mit der CDU zusammengehen, auf offene Ohren stößt, bleibt eher fraglich.

27.02.2008 – Hutt River auf dem Balkan
Ohne dass es der Welt bewusst wurde, hat vor 38 Jahren ein australischer Farmer einen neuen Staat ausgerufen, das Fürstentum Hutt River (http://www.hutt-river-province.com). Irgendwie musste Australien nach einer Kriegserklärung des Fürsten auf Grund alter Gesetze den Sonderstatus akzeptieren, auch wenn völkerrechtlich keine offizielle Anerkennung erfolgte. Doch es gibt überall Botschaften (http://hrpp.gmxhome.de), und wenn Du keinen Bock mehr auf Deutschland hast kannst Du Huttriverianer werden. Das ist kein Witz! Und nun haben es auch die Kosovo-Albaner geschafft: sie haben ihre Unabhängigkeit erklärt, und alle haben still gehalten, alle außer den Serben. Doch die haben nun mal als Erben Titos keine Lobby in der Welt, bis auf die Russen, obwohl die früher keine Freunde waren. So ist der Status ziemlich umstritten, obwohl die USA die ersten waren, die den neuen Staat – anders als Hutt River - anerkannten. Das mag verwundern, denn damit wurde der Kampf einer Terrororganisation, wie es die UCK war, nachträglich legitimiert. Es ist kein Geheimnis, dass die UCK-Nachfolgeorganisationen den Kosovo beherrschen und eine wichtige Rolle im weltweiten Drogenhandel spielen. Damit könnte eine neue Speerspitze des islamistischen Terrors ausgerechnet von den westlichen Großmächten installiert worden sein. Und was, wenn andere diesem Beispiel folgen? Ermutigt die Völkergemeinschaft mit solchen Beispielen nicht andere, den Terror als probates Mittel zur Durchsetzung sezessionistischer Ziele zu verschärfen? Was wenn die Basken nun endlich ihre Unabhängigkeit ausrufen, ganz zu schweigen von den vielen Stämmen Afrikas, die plötzlich erkennen, dass die durch die Kolonialzeit geschaffenen künstlichen Grenzen keinerlei Rücksicht auf ethnisch-soziale Gegebenheiten nehmen? Es hat noch nie funktioniert, wenn ganze Völker in fremde Staatsgebilde einverleibt werden, als Minderheiten unterdrückt werden oder ihre Heimat aufgeteilt wird. Waren bisher die Albaner eine Minderheit in Serbien, so sind es nun die Serben im Kosovo. Gerechterweise sollten sie nun den Staat Metohija ausrufen und sich unabhängig erklären dürfen. Schlimm ist nur, dass am Ende deutsche Soldaten für das Völkerrecht sterben. Am liebsten möchte ich in Anlehnung an Prinz Leonhard die Friedliche Bergrepublik Pleißa ausrufen, in der Waffen jeder Art abgeschafft werden.

20.02.2008 – Hieß Münchhausen in Wahrheit Zumwinkel?
Blättert man in den Mitarbeiterzeitschriften großer Unternehmen, erlebt man seit einigen Jahren eine der größten Volksverdummungsaktionen der deutschen Wirtschaftsgeschichte: das gegenseitige Schulterklopfen der sogenannten Führungskräfte, wie sich Manager und Vorstände gern nennen, wohl um von vornherein ihre Elitestellung klarzumachen. Doch je elitärer, desto wackeliger werden wohl die Stühle. Ein gewisser Herr Zumwinkel hat in der „Premium Post“ tatsächlich das Credo einer Führungskraft so beschrieben: Sie muss in ihrer Rolle als Vorbild Ergebnisse bringen, den Wechsel vorantreiben, Werte vorleben und Mitarbeiter fördern. Ergebnisse hat Zumwinkel gemacht, bei einer Liechtensteiner Stiftung namens Devotion. Mit Hingabe hat er Gelder am Fiskus vorbei ins Steuerparadies geschoben, um dort auch noch steuerfreie Erträge abzusahnen. Den Wechsel von der „staatlichen“ Post in eine Aktiengesellschaft hat er auch vorangetrieben, nicht zuletzt um im Dezember selber ein großes Aktienpaket „seines“ Unternehmens mit sattem Gewinn zu veräußern. Und Werte hat er vorgelebt: man spricht von einer Million Euro, die er eingespart hat, indem er sie als Steuerflüchtling dem Staat, den Bürgern vorenthalten hat. Und natürlich, die Mitarbeiterförderung ist ein voller Erfolg. Aus tausenden Mitarbeitern im Filialnetz der Post hat er durch Schließungen und „Outsourcing“ Privatunternehmer gemacht, und einige haben es tatsächlich geschafft. In meiner ehemaligen Postfiliale kann man heute sogar Kaffee am Automaten trinken, während man Marken klebt. „Wir haben gut angefangen, aber es ist noch eine weite Reise“ soll er seinen Vorstands- Kollegen bei einem Manager-Kongress noch im Januar zugerufen haben. Nun heißt es Endstation. Und die Legende im Volksmund von der Doppelmoral der da oben hat sich wieder einmal bewahrheitet.

10.02.2008 – Rachegelüste bei Ebay
Ich stell mir gerade mal vor, ich komme im Supermarkt an die Kasse und die nette Blonde sagt: „Falls Sie mit unserem Service zufrieden waren, bewerten Sie mich doch bitte positiv! Dann bekommen Sie von mir natürlich auch einen grünen Punkt!“ Also drücke ich auf Grün, hole mein Bonusheft raus und bekomme meinen grünen Stempel... Oder ich gehe in die Apotheke. Drei hübsche Apothekerinnen stehen hinterm Ladentisch, ein Display zeigt an wie viel grüne oder rote Sterne jede gesammelt hat... Oder ich komme ins Autohaus, und der Händler sagt zu mir: „Zeigen Sie doch mal Ihre Bonuskarte – was, sie haben ja einen roten Stern! Tut mir leid, da verkaufe ich Ihnen nichts, sie machen doch bloß Ärger.“ Natürlich habe ich den roten Punkt, weil ich mich geweigert habe, beim Bäcker grün zu geben, nachdem er mir kundgetan hat: „was wollen Se? Brot? Hab ich nich, nehm’se doch Streuselkuchen!“
Der Bäcker wäre sicher bald pleite. So ist das nämlich im wahren Leben. Da heißt es: der Kunde ist König, sonst ist man weg vom Fenster. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber da kauf ich nicht mehr ein, auch ohne Bewertungswahnsinn. Und es heißt Lächeln, und ist der Kunde noch so’n Arsch... Da musst du durch.
Bei Ebay sehen sich die beiden ja nicht. Da geht der Kunde in Vorleistung und muss sich noch flapsige Sprüche gefallen lassen, wenn er unzufrieden ist. Wenn der Kunde nicht zahlt bekommt er logisch keine Ware, wenn der Kunde gezahlt hat und keine Ware bekommt hat er ein Problem. Und dann jammern die armen Verkäufer auch noch rum und faseln was von Gleichberechtigung! Wenn ich mal Zeit habe bedaure ich sie...
Nun will Ebay den Bewertungs-Unsinn abschwächen. Verkäufer sollen keine Negativbewertungen mehr vergeben. Nicht gerade eine gewaltige Reform (die hier Not täte), aber schon gibt es den kollektiven Aufschrei der Verkäuferkaste. Getroffene Hunde bellen eben. Ich habe mal ins Forum geschaut, erschreckend was da so geschrieben wird. Solche wie der Goetz machen mir Angst, sie sind das wahre ebay – Problem. Sie beschimpfen die Kunden als Unterschichtenkäufer mit Migrantendeutsch und können das und dass nicht unterscheiden. Die nennen sich gewerbliche Verkäufer und schließen in den Geschäftsbedingungen jegliche Gewährleistung aus, und bei Ebay können sie noch Powerseller werden!
Übrigens machen andere Portale das ganz einfach: wer kauft, zahlt mit seinem guten Namen. Sterne gibt’s nicht, weil’s keine Nichtzahler gibt. Und der Händler, der nicht liefert, kriegt halt rot, ohne dass man über Rache streitet! 

22.01.2008 - Wird Ypsilanti abgekocht?
Da hat sich der Koch mit seinen Kriminalitäts-Kampagnen einen Bärendienst erwiesen. Erst geht’s gegen (kriminelle) Ausländer, dann für Kinder ins Gefängnis, nun gegen die Kommunisten und gegen Schleier überhaupt. Dafür erntet er Beifall von ganz rechts, NPD und Reps jubeln. Cartoons zeigen Koch als Supermann mit Republikanerlogo. Seine Parolen wollen rechtspopulär sein, die Mehrheit der Bevölkerung indes scheint von solch schwarzbraunem Brei eher abgestoßen zu sein. Seine Umfragewerte sinken, und Ypsilanti steigt. Koch rudert verzweifelt und rührt immer mehr braunen Schlamm auf. Doch Frau Ypsilanti  kann daraus wohl keinen Nutzen ziehen. Ihre schärfsten Gegner nämlich sitzen ausgerechnet in der eigenen Partei. Der ehemalige SPD-Vize und Ex-Wirtschaftsminister Clement hat doch tatsächlich vor einer Wahl Ypsilantis gewarnt. Deren Energiepolitik sei wirtschaftsschädigend. Wen wundert’s, sitzt doch Clement im Aufsichtrat der RWE! Doch was tut man mit einem Genossen, der vor der eigenen Partei warnt? Egal, vermutlich können weder Koch noch seine Herausforderin die Wahl gewinnen. Und wahrscheinlich werden viele deshalb erst gar nicht hin gehen. Leider, denn herauskommen wird am Ende wieder eine jener unseligen Koalitionen, die nichts bewegen wird. 

18.01.2008 – Geschäfte, Schwarzgeld, Komplianz
Wird das neue Jahr  ein Jahr der Krisen oder des Umdenkens? Neuerdings macht Siemens Werbung im Privat-TV. „Wir geben Antworten auf die großen Fragen der Menschheit“. Auf Fragen, die keiner stellt oder die Siemens gleich selber dazuliefert. Erste Zeichen des Umdenkens? Das Geld aus den Schmiergeldtöpfen (irgendwie ist es ja da und muss vertan werden) wird in teure Werbespots umgeleitet. Ob das die gleichen Erfolge bringt? Immerhin, die Geschäftszahlen der Jahre, in denen Bestechung offenbar zum guten Ton gehörte wie EPO beim Radsport, sind so gut wie nie, schon 3 mal in Folge war das laufende Jahr das beste in der Geschichte. Aber nun wird mit neuen Besen durchgekehrt. Erste Maßnahme: wir reorganisieren. Das ist die einfachste Methode, schwarze Schafe im Management loszuwerden, ohne sie bloßzustellen. Einem Mitarbeiter kann man kündigen. Oder wenigstens eine Disziplinarstrafe aussprechen, wenn er für 10€ telefonisch Material bestellt, um einen kritischen Termin zu retten, ohne dass die Bestellung durch 3 Instanzen geprüft wurde. Ein Manager, der seiner Firma einen Millionenschaden zufügt, wird entweder weggelobt oder bei einer Umstrukturierung geopfert, nicht ohne ordentlich entschädigt zu werden, am besten aus den eigenen Schwarzgeldkonten. Und ein anderer Teil von diesen wird in deren Bekämpfung gesteckt. 1,4 Milliarden € investiert Siemens in „Compliance“. Dem Unkundigen sei erklärt, dass darunter die Selbstverpflichtung zur Einhaltung der Gesetze zu verstehen ist. Was beim normalen Bürger als selbstverständlich vorausgesetzt wird, nämlich dass er nicht gegen Gesetze verstößt, ist in Großunternehmen zu einer Art eigenem Geschäftszweig geworden. Siemens hat extra ein Ressort für Recht und Compliance geschaffen. Damit soll eine neue Kultur der Geschäftstätigkeit Einzug halten. Eine andere Kultur aber, die der Sprache und Verbundenheit zur Region, geht im Zuge der Globalisierung endgültig den Bach runter. „Recht und Compliance“, zwei Sprachen bunt gemischt, beherrschen den Umgangston. Nur wenige Mitarbeiter verstehen noch die Sprache der fernen oberen Schichten. „ Die in den Supply-Chain- und Procurement-Prozessen angestoßenen Veränderungen sind schon bemerkbar, so standen beispielsweise im ersten Corporate-Responsibility-Tag für Lieferanten von Siemens Building Technologies ein klares Responsibility-Anforderungsprofil und Themen wie der Code of Conduct im Mittelpunkt.“ Alles klar? Vielleicht ist das ja die Antwort von Siemens auf die Frage, wie eine künftige globale Verständigungskultur aussieht.

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